Roth

Roth präsentiert seine Geschichte

Forum  Das liebenswerte Dorf im Südosten der Kernstadt zeigt sich und seine Schokoladenseiten im Stadtmuseum.
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Zwei Besucher betrachten intensiv die Tafel mit Fotos der Ansbachtaler Musikanten. Fotos: Alfred Thieret
Zwei Besucher betrachten intensiv die Tafel mit Fotos der Ansbachtaler Musikanten. Fotos: Alfred Thieret
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von unserem Mitarbeiter Alfred Thieret

Lichtenfels/Roth — Bei der Vernissage "Forum Stadtteile" im Stadtmuseum stellte sich diesmal der 480 Einwohner umfassende Stadtteil Roth vor. Ortssprecher Reinhold Schmidt freute sich, dass sich alle Rother Ortsvereine mit ihren Vorsitzenden, aber auch zahlreiche Privatleute an der Ausstellung mit großem Einsatz beteiligt haben. "Die Einladung der Stadtarchivarin Christine Wittenbauer zu dieser Ausstellung hat die Rother Bevölkerung gleichsam wie ein Bazillus durchdrungen. Jeder hat etwas aus einer Schachtel, Schublade oder einem Bücherschrank voller Eifer herausgekramt", bemerkte der Ortssprecher. Michael Barnickel, Rektor der Grundschule Leuchsental und seit Kurzem Leiter der Volkshochschule Lichtenfels, stellte seinen Heimatort "Rua" als liebenswertes Dorf im Südosten der Kernstadt vor. Die zahlreichen Ortsvereine würden die Gemeinschaft prägen, für die wichtige Jugendarbeit sorgen und die Geselligkeit pflegen.
Siegfried Müller, Schulrat im Ruhestand, erläuterte die lange Geschichte Roths, die man in vier Epochen umreißen könne. Die erste Epoche habe von 1146, als Roth dem Kloster Langheim zugeschlagen wurde, fortan Frondienste leisten, Sachleistungen erbringen, sowie Zins und Pacht abführen musste, bis 1803 gedauert, als das ein Jahr vorher durch einen Brand erheblich zerstörte Kloster säkularisiert und aufgelöst wurde. Die zweite Epoche habe am 17. Mai 1818 mit der Zusammenlegung der beiden Dörfer Roth und Langheim zur Landgemeinde Roth begonnen und dauerte immerhin bis zur 1951 erfolgten Trennung der Ort 133 Jahre. In dieser Zeit sei in Roth die Kapelle (1902), das Kriegerdenkmal (1923) und das Schulhaus (1932) entstanden.


27 Jahre unabhängig

Nur 27 Jahre habe sich Roth seiner Unabhängigkeit erfreuen können. Während dieser kurzen dritten Epoche von 1951 bis 1978 sei die Schule erweitert (1961) und als Großtat die Wasserleitung gebaut worden (1960-1964). Angenehmer Nebeneffekt sei die Teerung der Ortsstraßen und der Straße nach Mönchkröttendorf gewesen. Die vierte Epoche habe mit der Eingemeindung nach Lichtenfels im Januar 1978 eingesetzt. Die vielen seither durchgeführten Maßnahmen, gerade auch im Hinblick auf die Flurbereinigung und Dorferneuerung, würden davon zeugen, dass Roth gleichberechtigt in dem größeren Gemeinwesen "Stadt Lichtenfels" integriert worden sei.
Die Ausstellung gibt mit Exponaten und umfangreichem Bildmaterial einen umfassenden Einblick in die Orts-, Kirchen- und Schulgeschichte sowie in die Vereinsgeschichte. So zeigt eine Bilderfolge die Entwicklung der weithin bekannten Ansbachtaler Musikanten des Musikvereins Roth. Zusätzlich sind in einer Vitrine eine Trachtenjacke, die Chronik und die vielen veröffentlichten CDs ausgestellt.
Natürlich ist auch der älteste Rother Verein, die freiwillige Feuerwehr, vertreten. Die Soldatenkameradschaft präsentiert unter anderem Fahnenbänder, die Züchter des Kleintierzuchtvereins zeigen neben Pokalen, Ehrenbändern und Zeitungsausschnitten Bilder von Ausstellungen, der 1921 gegründete 1. FC Fortuna Roth Pokale und Urkunden, der Bayern-Fanclub Leuchsental eine vom FC Bayern München erhaltene Urkunde. Daneben sich Bilder von der Feldarbeit in den 1950er-Jahren, vom letzten Gemeinderat und letzten Bürgermeister Georg Funk zu sehen.
Die Ausstellung ist noch bis 10. Januar jeweils dienstags, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Stadtmuseum zu sehen (außer 24. und 31. Dezember).

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