Romansthal

Romansthal eröffnet sich große Chance

Bürgerversammlung  Eine "kleine Dorferneuerung" könnte dem Dorf am Fuße des Staffelbergs auf die Sprünge helfen.
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Der Pfarrer-Birger-Platz mit dem alten Schulhaus (links) und dem Betsaal (rechts) soll umgestaltet werden. Fotos: Thomas Hümmer
Der Pfarrer-Birger-Platz mit dem alten Schulhaus (links) und dem Betsaal (rechts) soll umgestaltet werden. Fotos: Thomas Hümmer
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von unserem Mitarbeiter Thomas Hümmer

Romansthal — Die Weichen für die "kleine Dorferneuerung" in Romansthal sind gestellt. Jetzt liegt es an den Einwohnern, in welche Richtung der Zug fahren soll. Bei dieser Maßnahme soll das Ensemble Pfarrer-Birger-Platz, alte Schule sowie der Betsaal neu gestaltet und saniert werden.
Ortssprecher Ulrich Schmitt und Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) luden zu einer ersten Vorbesprechung in die Gaststätte "Zur schönen Schnitterin" ein. Etwa 25 Romansthaler waren gekommen und verfolgten interessiert die Ausführungen des Bürgermeisters. Kohmann berichtete, dass die "kleine Dorferneuerung" im Finanzplan für die Jahre 2017 und 2018 mit jeweils 200 000 Euro berücksichtigt sei. Deshalb mache es durchaus jetzt schon Sinn, sich Gedanken über ein Nutzungskonzept der alten Schule zu machen.


Fachwerk freilegen

Bei dem Gebäude aus dem Jahr 1780 sollen die Fassadenplatten entfernt und das darunterliegende Fachwerk freigelegt werden. Neben der energetischen Sanierung der alten Schule werden außerdem barrierefreie Toiletten eingebaut. Das Untergeschoss des ehemaligen Schulgebäudes ist zurzeit noch an die Universität Düsseldorf vermietet, die es ab und an als Übernachtungsmöglichkeit während ihrer Exkursionen rund um den Staffelberg nutzt. Die Stadt Bad Staffelstein hat jedoch den Mietvertrag zum 31. Dezember gekündigt, wusste Kohmann zu berichten.
Das Obergeschoss der alten Schule wird von der Feuerwehr, dem Gartenbauverein sowie der Jagdgenossenschaft als Versammlungsraum genutzt. Der aktuelle Zuschuss zur kleinen Dorferneuerung betrage zurzeit 30 Prozent. Würde die Maßnahme nun 400 000 Euro kosten, könne man mit 120 000 Euro Beteiligung seitens des Amtes für ländliche Entwicklung rechnen. Es könne natürlich auch sein, dass man durch die Aufnahme in ein Sonderprogramm höhere Zuschüsse erhalte oder der Prozentsatz gesenkt werde, so der Bürgermeister.


Eigenleistungen werden erwartet

Das Amt für ländliche Entwicklung setzt bei der Dorferneuerung auf die aktive Beteiligung der Bürger. So sollen zum Beispiel Eigenleistungen erbracht werden. Wie hoch diese ausfallen und welche Arbeiten dabei selbst erbracht werden sollten, sei nicht festgelegt, sagte Kohmann.
Kreisfachberater Michael Stromer sagte: "Die ,kleine Dorferneuerung' ist ein schönes Instrument. Sie ist überschaubar, auch bei den Kosten, und bedeutet einen zusätzlichen Mehrwert für Romansthal. Die Romansthaler müssen sich jetzt Gedanken über ein Nutzungskonzept machen. Dabei soll auch für die Zukunft geplant werden. Ist die Maßnahme abgeschlossen, wird sich in den nächsten 20 bis 30 Jahren nichts Gravierendes mehr ändern."
Stromer schlug vor, ein Plenum zu bilden. Es sei besser, wenn die Gruppen nicht zu groß sind, sagte er. Zuerst sollte man Skizzen und Vorentwürfe erstellen. Dann folge die Kostenschätzung durch das Bauamt der Stadt. Der Bürgermeister sagte: "Es wäre gut, wenn bis Ende 2016 das Konzept für die Planungen stehen würde."


Fassadenanstrich gefällig?

Auch für die Einwohner rund um den Dorfplatz besteht die Möglichkeit, ihre Anwesen zu verschönern. Dies könnten zum Beispiel ein Fassadenanstrich, neue Fenster oder die Erneuerung eines Gartenzaunes sein. Diese Maßnahmen würden mit zehn bis 25 Prozent des Fördersatzes seitens des Amtes für ländliche Entwicklung unterstützt, sagte Stromer.
Bei der Diskussion wurden bereits erste Vorschläge für eine spätere Nutzung der alten Schule gemacht. Antje Eulitz hat eine Vision: Sie kann sich vorstellen, einen Dorfladen mit einem kleinen Café einzurichten. In dem Laden könnten unter anderem Produkte aus Romansthal in einer Art Erzeugergemeinschaft verkauft werden. Der Kreisfachberater sagte hierzu: "Für Romansthal, am Fuße des Staffelbergs gelegen, ist mir kein Gedanke zu verrückt."
Ortssprecher Ulrich Schmitt geht mit seinen Überlegungen bereits ins Detail. Zum Beheizen der Räume stelle er sich einen Scheitholzkessel vor, eine Wärmepumpe übernehme dabei im Winter den Schutz gegen Frostschäden.
Jochen Hetzel stellte dem Bürgermeister die Frage, ob bei der späteren Nutzung der Räumlichkeiten zu einer privaten Feier, wie zum Beispiel eines Geburtstages, Kosten entstehen würden. Dies bejahte das Stadtoberhaupt. Über die Höhe konnte er jedoch keine konkrete Auskunft geben.
Die Anwesenden machten nach Abschluss der Bürgerversammlung bereits Nägel mit Köpfen. Am Freitag, 30. Oktober, findet um 20 Uhr das nächste Treffen in der alten Schule statt. Dabei können alle Romans thaler ihre Ideen zur Nutzung der alten Schule und zur Umgestaltung des Dorfplatzes vorbringen.


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