Röttenbach

Röttenbach braucht Zuzug junger Familien

Röttenbach — Die Bewohner der Gemeinde Röttenbach werden im Durchschnitt älter. In gut 15 Jahren werden 40 Prozent der Einwohner mindestens 60 Jahre alt sei...
Artikel drucken Artikel einbetten
Röttenbach — Die Bewohner der Gemeinde Röttenbach werden im Durchschnitt älter. In gut 15 Jahren werden 40 Prozent der Einwohner mindestens 60 Jahre alt sein, blickt Bürgermeister Ludwig Wahl auf das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die sich mit der Entwicklung der Gemeinde beschäftigt (wir berichteten).
"Wir sind eine vitale Gemeinde, haben aber ein demografisches Problem", konstatierte Wahl. Um dem entgegenzuwirken, empfahl die Studie, ein neues Baugebiet auszuweisen. Zwar gibt es in der Gemeinde noch etwa 80 unbebaute Grundstücke, diese sind jedoch in Privatbesitz und ohne Bauverpflichtung, so dass sie in den meisten Fällen nicht für Neubauten zur Verfügung stehen. In der Studie, die auch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wurde die in der Skizze rot schraffierte Fläche als mögliches Bauland ausgewiesen. Davon möchte die Gemeinde aber längst nicht alles tatsächlich als Baugebiet entwickeln. Nur die drei gelb markierten Flächen sind geplant.


Widerstand gegen Ausweitung

Gegen diese Ausweitung der bebauten Fläche regt sich Widerstand und es wurden Unterschriften gesammelt. Deswegen lud der Bürgermeister zu einem Pressegespräch ein, bei dem er sämtliche Standpunkte darlegen konnte. Nordwestlich von Röttenbach sollen 2,9 ha, mittelwestlich 2,5 ha und südwestlich 1,2 ha als neues Baugebiet ausgewiesen werden. Die Sicht der Menschen, die kürzlich ein Haus am Ortsrand bezogen haben, und wünschen, dass kein neues Baugebiet an ihr Grundstück grenzen möge, könne er verstehen, versicherte Wahl.
Trotzdem habe die Gemeinde 80 Nachfragen nach Bauplätzen und sei auf den Zuzug junger Familien angewiesen, da die Gemeinde ihre finanziellen Mittel zu einem großen Teil aus den Einkommenssteuern der hier lebenden Menschen generiert.
Sind in 15 Jahren fast die Hälfte aller Einwohner im Rentenalter, gebe es weniger Einnahmen für die Gemeinde. Deswegen müsste rechtzeitig für jungen Nachwuchs gesorgt werden, wies Wahl darauf hin, dass bereits ein kleineres Baugebiet für ein geringfügig positives Saldo der Einwohnerzahl gesorgt hat.
Die Verhandlungen mit den Eigentümern der Grundstücke sind größtenteils abgeschlossen, als nächster Schritt müsse für die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen ein Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan erstellt werden.
Jeder Einwand der besorgten Bürger wird von Ludwig Wahl beachtet, doch es geht um einen Prozess, in dem das Gesamtinteresse der Gemeinde mit den Interessen Einzelner abgeglichen werden muss. Der Bürgermeister sieht sich dabei als Mediator, der auch die übergeordneten Interessen im Blick haben muss, aber bereit ist, jedes Argument gründlich zu prüfen und zu beantworten.
Die Kläranlage würde beispielsweise die höhere Kapazität problemlos verkraften, zudem soll das Oberflächenwasser vom Schmutzwasser im neuen Baugebiet getrennt abgeleitet werden. Zur Erstellung eines Bebauungsplanes gehört selbstverständlich auch die Prüfung auf Natur- und Umweltschutz, erklärte Wahl.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren