Augsfeld

Riesenerfolg für die Werkstatt

Behindertensport  Die Lebenshilfe-Mannschaft aus Augsfeld holte den zweiten Platz beim bayernweiten Fußballturnier.
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Die Fußballer der Lebenshilfe-Werkstatt Augsfeld haben nach ihrem tollen zweiten Platz beim Fußballturnier für Menschen mit Behinderungen gut lachen. Am Erfolg waren beteiligt (vorne von links): Stefan Lehner (Zeil), Jochen Ziegler, Björn Amend, Daniel Heß, Alfons Rödel, Stefan Bauer, Benjamin Schunk (alle Haßfurt) und Patrick Leidner (Kirchlauter). Es fehlen Tobias Fradl (Humprechtshausen) sowie Paul Hennig (Ebern). Werkstattleiter Paul Diehm (hinten links) freut sich ebenso wie die Betreuer...
Die Fußballer der Lebenshilfe-Werkstatt Augsfeld haben nach ihrem tollen zweiten Platz beim Fußballturnier für Menschen mit Behinderungen gut lachen. Am Erfolg waren beteiligt (vorne von links): Stefan Lehner (Zeil), Jochen Ziegler, Björn Amend, Daniel Heß, Alfons Rödel, Stefan Bauer, Benjamin Schunk (alle Haßfurt) und Patrick Leidner (Kirchlauter). Es fehlen Tobias Fradl (Humprechtshausen) sowie Paul Hennig (Ebern). Werkstattleiter Paul Diehm (hinten links) freut sich ebenso wie die Betreuer (weiter) Daniel Häfner, Gert Koch und Karola Turling. Foto: Ralf Naumann
von unserem Mitarbeiter 
Ralf Naumann

Augsfeld — Kurz vor der Halbzeit beim Spiel gegen Irchenrieth: Bayernauswahlspieler Daniel Heß zieht aus 20 Metern ab, aber sein Schuss knallt unter dem Raunen der Zuschauer nur an den Innenpfosten. Die Fußballer der Lebenshilfe-Werkstatt Augsfeld bemühten sich beim 32. landesweiten Fußballturnieres für Menschen mit Behinderungen freilich weiter. Vergeblich. Der Gegner, der amtierende bayerische Meister, rettete den knappen 1:0-Vorsprung über die Ziellinie und verteidigte seinen Titel. Die Haßbergler dagegen schrammten an der großen Sensation hauchdünn vorbei und wurden zweite.

2007 bildete sich das Team

Auch wenn für die vom Trainerduo Gert Koch (Dörflis) und Daniel Häfner (Haßfurt) trainierte Mannschaft auf der Sportanlage des TSV Presseck (Landkreis Kulmbach) "nur" der zunächst ungeliebte zweite Platz heraussprang: Es war ein Riesenerfolg. "Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Spieler", lobte Häfner. 2007 erst gründeten die beiden Betreuer anlässlich der regelmäßig in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung stattfindenden Freizeitmaßnahmen eine Fußballmannschaft, "weil zehn bis 15 Mitarbeiter einfach ein bisschen kicken wollten." Bereits ein Jahr später haben sie sich für das "Landesweite Fußballturnier" angemeldet, "um den sportlichen Ehrgeiz bei den Jungs zu wecken", wie der 34-Jährige betont.
Sechs Jahre später sind die Augsfelder Kicker im Finale nun knapp gescheitert und sind nun die zweitbeste Mannschaft aller Werkstätten in Bayern. "Das ist der Wahnsinn, vor allem weil einige unserer Spieler mittlerweile in den örtlichen Vereinen trainieren und mitspielen. Viele reden immer nur von Integration und Inklusion, aber hier wird das gelebt. Da sieht man wieder mal, was im beziehungsweise durch Fußball alles möglich ist", kommen Gert Koch und Daniel Häfner ins Schwärmen.

Sieg zum Auftakt

Zurück zum Turnier: Unter den Augen des Bayernauswahltrainers ID (ID steht für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung), Bruno Dykta aus Neubrunn, spielten die Augsfelder im ersten Spiel von Beginn an hoch motiviert. Der Gegner aus Dillingen wurde überlegen mit 3:1 besiegt, wobei Kapitän Daniel Heß aus Haßfurt mit drei Treffern ein Einstand nach Maß gelang. Gegen Irchenrieth sollte dann schon die Entscheidung über den späteren Turniersieg fallen. Trotz zahlreicher Glanzparaden von Torwart Paul Hennig (Ebern) und dem Pfostenkracher von Heß behielten die Oberpfälzer knapp die Oberhand über die Unterfranken. "Das war das mit Abstand beste Spiel des Turniers", sagte der Irchenriether Trainer Thomas Fritsch und lobte die Mannschaft seiner Kollegen in höchsten Tönen. "Ihr seid aus der Oberliga gekommen und keiner hatte euch auf der Rechnung. Ich habe aber schon beim Qualifikationsturnier gesehen, dass ihr eine tolle Mannschaft seid und talentierte Offensivspieler in euren Reihen habt".
Die Enttäuschung der Augsfelder Akteure war trotzdem zunächst groß. Und dass es in der letzten Vorrundenbegegnung nochmals einen 4:0-Sieg gegen Augsburg gab, spielte zunächst keine Rolle mehr. Die Freude über das Erreichte kehrte freilich schnell zurück.

Die fairste Mannschaft

Immerhin bekamen die Haßbergler doch einen Pokal: Sie wurden am Ende als "fairste Mannschaft des Turniers" ausgezeichnet. Und darüber freute sich nicht nur der Werkstattleiter Paul Diehm ganz besonders.


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