Bamberg

Riesen-Rummel in der Kaserne

Kontakt-Festival   Das elfte Festival seiner Art fand sehr großen Anklang. Über 20 000 Menschen kamen auf das Konversionsgelände. Zeitweise mussten die Veranstalter einen Einlassstopp verhängen.
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Feiern auf dem Konversionsgelände: Die Bamberger ließen sich nicht lange bitten.  Fotos: RiegerPress
Feiern auf dem Konversionsgelände: Die Bamberger ließen sich nicht lange bitten. Fotos: RiegerPress
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von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Als letztes Jahr Mitte September in der Lagarde-Kaserne auf Höhe Weißenburgstraße von den Amerikanern ein letztes Mal die Fahne eingeholt und damit die Kaserne endgültig geschlossen wurde, schwang bei den Zuschauern viel Wehmut mit. Acht Monate später, am Pfingstwochenende, erwachte das Areal rund um das ehemalige Headquarter zum ersten Mal wieder zum Leben - zumindest vorübergehend. Und anders als bei der Fahneneinholung war diesmal die Stimmung eine freudige. Es wurde getanzt, gelacht, gestaunt, gespeist, gechillt und geredet. Möglich wurde das alles, weil sich die Macher des Kontakt-Festivals das Konversionsgelände als Veranstaltungsort auserkoren hatten.

Strenge Auflagen

Für das inzwischen elfte Kulturfestival hatten sie im Vorfeld verschiedene Örtlichkeiten ins Auge gefasst. Umso erfreuter waren sie, dass das Festival nicht zuletzt dank der Unterstützung durch das Konversionsamt der Stadt Bamberg von der BIMA die Genehmigung erhielt, für vier Tage einziehen zu können, so Theresia Reiter vom PR-Team des Festivals.
Allerdings mussten für die Nutzung des Geländes strenge Auflagen erfüllt werden. So hatten die Organisatoren dafür Sorge zu tragen, dass niemand den umzäunten Bereich in Richtung Kaserne verlässt. Außerdem durften in die einzelnen Gebäude nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern eingelassen werden.
Maximal 1500 Menschen war es erlaubt, sich gleichzeitig auf dem Gelände aufzuhalten. Das führte besonders in den Abendstunden dazu, dass es am Tor mehrfach zu Einlassstopps beziehungsweise zu Wartezeiten kam. Denn die Resonanz auf das Kulturfestival war enorm.
"Mit rund 20 000 Besuchern an den vier Tagen war es bisher unser größtes Festival. Auch von der Fläche her hatten wie bisher noch nie soviel wie heuer zur Verfügung", bilanzierte Koordinatorin Anja Lubusch.

70 Programmpunkte

Unter dem Motto "Raus aus der Stadt" stellte die Projektgruppe von AStA Bamberg e.V. einmal mehr ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit mehr als 70 einzelnen Programmpunkten auf die Beine. Neben einer Kunstausstellung gab es zahlreiche Tanz- und Musikdarbietungen, aber auch Workshops sowie ein umfangreiches Kinderprogramm. Die Veranstaltungen gingen zum Teil bis in die frühen Morgenstunden.
Das Publikum war ebenso gemischt wie die Programmpunkte. Während nachmittags und am frühen Abend vor allem Familien mit Kindern unterwegs waren, gehörten die Abendstunden überwiegend der jüngeren Bevölkerung und den Studenten.
Der Eintritt war wie immer frei. "Wir wollen nicht, dass der Zugang zu Kultur dadurch beschnitten wird, dass es sich manche einfach nicht leisten können", sagt Reiter. Finanziert wird das Festival ausschließlich aus Spenden- und Getränkeeinnahmen und aus Sponsorengeldern. Zudem arbeiten alle Helfer ehrenamtlich, so dass die Ausgaben überschaubar bleiben. Wobei der Arbeitsaufwand für das rund 40-köpfige Team erheblich war: "Seit Oktober letzten Jahres planten wir den Ablauf in verschiedenen Arbeitskreisen. Und drei Wochen haben wir gebraucht, um alleine die Infrastruktur wie Strom und Wasser auf das Gelände zu bringen sowie die Gebäude auszustatten", schilderten die Organisatoren.
Nichtsdestotrotz soll es nächstes Jahr eine Fortsetzung des Festivals geben. Und vielleicht dann auch wieder auf dem Konversionsgelände....





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