Windischenhaig

"Reservisten gewinnen an Bedeutung"

Windischenhaig — "Häuserkampf und Handgranatenwerfen, als ich das damals hörte, dachte ich mir, wo bist du denn da hingeraten?" erinnerte sich Horst Zahr an seinen ersten offiziell...
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Die geehrten Gründungsmitglieder der Reservistenkameradschaft Rotmaintal (von links): Günther Herold, Siegmund Schirmer, Erwin Hahn, Helmut Reinhardt, Reiner Sack, Werner Kolb, Gerhard Friedmann, Heinz Bergner, Alwin Müller sowie Horst Zahr und Michael Rieß, die die Ehrung vornahmen.  Foto: Jürgen Valentin
Die geehrten Gründungsmitglieder der Reservistenkameradschaft Rotmaintal (von links): Günther Herold, Siegmund Schirmer, Erwin Hahn, Helmut Reinhardt, Reiner Sack, Werner Kolb, Gerhard Friedmann, Heinz Bergner, Alwin Müller sowie Horst Zahr und Michael Rieß, die die Ehrung vornahmen. Foto: Jürgen Valentin
Windischenhaig — "Häuserkampf und Handgranatenwerfen, als ich das damals hörte, dachte ich mir, wo bist du denn da hingeraten?" erinnerte sich Horst Zahr an seinen ersten offiziellen Auftritt als Stadtrat vor 38 Jahren bei der Reservistenkameradschaft (RK) Rotmaintal. Der Stadtrat-Senior, mittlerweilen seit 26 Jahren selbst Mitglied der RK Rotmaintal, konnte sich bei seinem Premierenauftritt alsbald entspannen, stellte sich doch heraus, dass die beiden Begriffe im Zusammenhang mit Übungsvorbereitungen der ehemaligen Soldaten für einen Wettkampf verwendet wurden.
Derartige Wettkämpfe hat die RK Rotmaintal unzählige bestritten in den 40 Jahren ihres Bestehens, das im Stammlokal Hereth-Hahn in Windischenhaig gefeiert wurde. Dass die RK Rotmaintal sehr rührig ist, zeigte sich auch durch die Schilderung von Schriftführer Gerhard Kaul (Kulmbach), der die Höhepunkte des Vereinslebens Revue passieren ließ.
Neben Waffenausbildungen, Leistungswettkämpfen und Vergleichsschießen, die der Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit dienten, gab es auch zahlreiche gesellschaftliche Aktivitäten. Die reichten von Ausflügen, Wanderungen, Radtouren über Kegelturniere bis hin zu Weinfesten. Nicht zu vergessen das beliebte Schafkopfrennen, an dem sich Spieler aus dem gesamten Landkreis beteiligten. Gerhard Kaul erzählte überdies einige Anekdoten und ließ Fotoalben und Zeitungsartikel durch die Reihen gehen.
Bedauert wurde vom Vorsitzenden Erwin Hahn, dass es sehr schwierig geworden sei, Nachwuchs zu rekrutieren. Wegen gesundheitlicher Probleme kündigte Hahn an, im kommenden Jahr nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren.
Dass die Reservistenkameradschaften gerade in der heutigen Zeit ihre Berechtigung haben und dies nicht nur für die Ehrenwache am Volkstrauertag, darauf wiesen Stadtrat Horst Zahr und RK-Bereichsleister Michael Rieß in ihren Grußworten hin. Dabei schlug vor allem der Deutschamerikaner Rieß nachdenkliche Töne an. Angesichts der heiklen geopolitischen Lage gewinnen für ihn die westlichen Armeen wieder zunehmend an Bedeutung, weshalb er Personalreduzierung bei der Bundeswehr und deren mangelhafte Ausrüstung als sehr bedenklich einstuft. "Bibel, Koran, Grundgesetz - das sind die drei Bücher, die das gesellschaftliche Leben bestimmen. Das wichtigste davon ist das Grundgesetz, durch das jeder Staatsbürger aufgefordert wird, die Demokratie zu bewahren, damit wir in Frieden und Freiheit leben können", so Rieß.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Reservistenkameradschaft Rotmaintal wurden folgende Gründungsmitglieder geehrt: Gerhard Friedmann (Kemeritz), Alwin Müller (Windischenhaig), Werner Kolb (Hutschdorf), Helmut Reinhardt (Rottlersreuth), Günther Herold (Hitzmain), Reiner Sack (Hutschdorf), Siegmund Schirmer (Neuenmarkt), Heinz Bergner (Katschenreuth) und Erwin Hahn (Windischenhaig).
Jürgen Valentin



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