Haßfurt

Reisen wie einst der Opa

Günther Klebes weist auf die Mainschleifenbahn hin. Sie sieht dem "Hofheimerle" täuschend ähnlich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lang ist's her: Dieses Bild vom "Hofheimerle" entstand oben am Haßfurter Schulzentrum. Heute führt auf der "Hofheimerle"-Strecke der Radweg entlang. Foto: Archiv
Lang ist's her: Dieses Bild vom "Hofheimerle" entstand oben am Haßfurter Schulzentrum. Heute führt auf der "Hofheimerle"-Strecke der Radweg entlang. Foto: Archiv
+2 Bilder
Haßfurt — Es waren 15 Kilometer, die damals eine besondere Fahrt boten: Von Haßfurt nach Hofheim (und umgekehrt) gelangten viele Schüler des Haßfurter Schulzentrums eins mit dem dieselbetriebenen "Hofheimerle". Es war ein so genannter Schienenomnibus.
Viele der älteren Leser, meint der Eisenbahnfreund Günther Klebes aus Erlangen, erinnern sich bestimmt an die Schienenomnibusse, die Anfang der 1960er Jahre die dampfbetriebenen Personenzüge auf den Nebenbahnen der Region ablösten. Eingesetzt waren sie unter anderem auf der "Hofheimerle"-Strecke Haßfurt-Hofheim sowie als "Maro-Express" (Breitengüßbach-Maroldsweisach).
Fast 1000 Stück, erinnert Klebes in seinem Bericht, wurden damals von der Deutschen Bundesbahn bestellt und von den Waggonfabriken Uerdingen, Donauwörth und MAN geliefert. Sie fuhren mit Dieseltreibstoff.
Etliche dieser "Verbrennungstriebwagen", wie das Fahrzeug im Eisenbahnerjargon auch genannt wird, haben aber tatsächlich überlebt und werden in der gesamten Republik von Eisenbahnfreunden bei Nostalgiefahrten eingesetzt.

Lohnender Ausflug
So auch bei der "Mainschleifenbahn" zwischen Seligenstadt bei Würzburg und Volkach. Günther Klebes rät dazu, in den Ferien doch einmal einen Abstecher dorthin zu unternehmen, quasi als besonderen F amilienausflug. Immerhin hatten die Hofheimer Schüler bis 19XX jeden Tag dieses Feeling, wenn sie die 15 Kilometer zu Realschule oder Gymnasium nach Haßfurt tuckerten.
Die Bahnstrecke der "Mainschleifenbahn" wurde 1909 eröffnet und im Jahr 1968 für den Personenverkehr stillgelegt. Der Güterverkehr hielt sich noch bis zur Stilllegung durch die Deutsche Bahn im Jahr 1994. Unmittelbar nach der offiziellen Stilllegung der Trasse wurde im September 1994 in Volkach die "Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn" gegründet. Seit 2004 befährt ein vereinseigener Triebwagen, der VT 796 702-9 mit einem passenden Beiwagen die Strecke. Diese konnte im Jahre 2011 von der DB angekauft werden.
Wer seinen Kindern und Enkeln zeigen will, wie man vor 50 Jahren alltäglich auf den Nebenbahnen der Region fuhr, dem sei diese "Mainschleifenbahn" wärmstens empfohlen, so Klebes. Die knapp elf Kilometer lange Strecke wird in etwa 25 Minuten zurückgelegt.
Wanderfreunde haben die Möglichkeit unterwegs auszusteigen und durch die Weinberge hoch über dem Main zu wandern. Auch an Radfahrer ist gedacht; denn Fahrräder können mitgenommen werden.
Verkehren wird das Bähnle an vielen Sonntagen und Feiertagen zwischen Mai und Oktober.
Auskunft gibt es unter der Telefonnummer 0152/02482125 oder im Internet unter http://www.mainschleifenbahn.de/cms/
Die "Hofheimerle"-Strecke wurde im Jahre 1995 stillgelegt. Der darauf folgende Abbau der Strecke war 1997 abgeschlossen. Auf der ehemaligen Bahntrasse wurde bereichsweise ein Radweg eingerichtet, der heute ein Teil des Haßfurt-Meiningen Radweges ist.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren