Bamberg

Reha in den eigenen vier Wänden

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Von links: Anna-Lena Hofmann (Team MoGeRe), Chefärztin Susanne Daiber, Johannes Goth (Vorstand), Heike Riedel (Geschäftsführerin saludis), Staatsministerin Melanie Huml, Madeleine Zeitler (Team MoGeRe) Foto: RiegerPress
Von links: Anna-Lena Hofmann (Team MoGeRe), Chefärztin Susanne Daiber, Johannes Goth (Vorstand), Heike Riedel (Geschäftsführerin saludis), Staatsministerin Melanie Huml, Madeleine Zeitler (Team MoGeRe) Foto: RiegerPress

von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Vom Tisch aufstehen und zur Toilette gehen: eigentlich für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Doch für Senioren, die lange krank waren, stellt das eine besondere Herausforderung dar. "Im Krankenhaus werden die Patienten umsorgt. Doch auch zu Hause muss man häufig dies erst wieder einüben. Um hier Hilfestellung zu geben, haben wir deshalb die mobile geriatrische Reha eingeführt", erläutert die Physiotherapeutin Madeleine Zeitler bei der Vorstellung des neuen Konzeptes. Schließlich sei nicht für alle älteren Menschen ein stationärer Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung geeignet.
In diesem Falle würde dann das Team der ambulanten Reha bis zu zehn Wochentherapieeinheiten mit jeweils einer dreiviertel Stunde mit den Senioren in ihrem häuslichen Umfeld trainieren. "Egal ob im Pflegeheim oder in der eigenen Wohnung, wir üben gezielt, den alltäglichen Hindernisparcours aus Teppichen, Türen und Treppen zu überwinden", schildert Zeitler. Ferner werden die Selbstständigkeit und das Kommunikationsvermögen gefördert oder wiedergewonnen. Und verloren gegangene Fähigkeiten ließen sich durch das Training neuer Handlungsabläufe oder durch den Einsatz technischer Hilfsmittel kompensieren. Ziel sei es dabei, den Patienten das gewohnte Lebensumfeld zu erhalten und ihn weiterhin am sozialen Leben teilhaben zu lassen.
Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) lobte die mobile geriatrische Reha als einen wichtigen Baustein für eine "hochwertige und vor allem menschliche Versorgung im Alter". Denn gerade multimorbide Patienten, an die sich die Reha wendet, hätten nur in ihrer vertrauten Umgebung eine positive Rehabilitationsprognose. "Dieses neue Versorgungsangebot, das es übrigens bisher nur zwei Mal in Bayern gibt, hat Beispielcharakter", unterstrich Huml. Daher unterstütze der Freistaat es gerne mit einer "Anschubfinanzierung" in Höhe von 25 000 Euro. Derzeit stehen insgesamt zehn mobile Therapieplätze zur Verfügung. Rund die Hälfte ist aber bereits vergeben. Die mobile geriatrische Rehabilitation muss ärztlich verordnet und von der Krankenkasse genehmigt sein.


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