Kronach

Reformations-Ausstellung in Kronach zeigt taffe Frauen des Glaubens

Neben Katharina von Bora, der Ehefrau des Reformators Martin Luther, sind in der Reformationszeit weitere Frauen für eine Neugestaltung des religiösen und k...
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Neben Katharina von Bora, der Ehefrau des Reformators Martin Luther, sind in der Reformationszeit weitere Frauen für eine Neugestaltung des religiösen und kirchlichen Lebens eingetreten. Allerdings standen Frauen wie Anna Gräfin von Mansfeld, Catharina von Stolberg oder Ursula Weyda in ihrer Bedeutung lange im Schatten ihrer Ehemänner oder fanden als ehelose Frauen kaum öffentliches Interesse.
Diesen "Frauen der Reformation" ist eine Ausstellung in der Synagoge Kronach gewidmet, die am Samstag, 9. April, um 11 Uhr im Rahmen einer Vernissage eröffnet wird und bis zum 23. April besucht werden kann.


Frauen und ihre Aufgaben

Konzipiert wurde die Ausstellung von den evangelischen Frauen in Mitteldeutschland. Darin werden zwölf verschiedene Frauenpersönlichkeiten aus dem Mutterland der Reformation gezeigt.
"Wir sind die ersten in Oberfranken, bei denen die Ausstellung zu Besuch ist", freut sich Joachim Wegner, Leiter und Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks Kronach-Ludwigsstadt. Dass die sehenswerte Ausstellung ihren Weg nach Kronach gefunden hat, geht auf die Initiative des evangelischen Bildungswerks zurück.
Auf sogenannten Roll-Up-Bannern - wie im Hintergrund auf dem Foto zu sehen sind - werden zwölf Persönlichkeiten vorgestellt, die exemplarisch für das Engagement ihrer Generation stehen. Frauen, die im 16. Jahrhundert als Schriftstellerinnen, als Ehefrauen, Mütter und Nonnen vielfältig zur Kirchenerneuerung beigetragen haben.
Frauen wie Ursula von Weyda beispielsweise, die wie Luther die Missstände in der Kirche angeprangert hat. Oder Magdalene von Staupitz, die Mädchen in Lesen und Schreiben unterrichtete und ihnen den lutherischen Glauben nahe brachte.
Weitere Tafeln setzen sich mit den Lebensbedingungen der Frauen während der Reformationszeit auseinander, mit Themen wie Bildung, Ehe und Glaube. Mutige Frauen gab es nicht nur in Mitteldeutschland, sondern auch in Franken.
Deshalb wurde die Ausstellung um einen Banner erweitert. Dieser beleuchtet die Lebensleistung der Nürnberger Äbtissin Caritas Pirckheimer. Im Unterschied zu den Frauen der Reformation wählte Pirckheimer einen anderen Weg. "Sie setzt sich intensiv mit der neuen Lehre auseinander und stimmte in vielem mit den reformatorischen Gedanken überein.
Die Ausstellungseröffnung am Samstag, 9. April, ist der Start zu zwei weiteren Veranstaltungen in der Synagoge in Kronach. Am Dienstag, 19. April, beleuchtet um 19.30 Uhr Ottmar Fuchs von der Universität Tübingen die Reformation aus katholischer Sicht. In einem zweiten Vortrag am Donnerstag, 21. April, geht Dekanin Dorothea Richter um 19.30 Uhr der Frage nach, wie Frauen im ausgehenden Mittelalter gelebt haben, und was sich durch die Reformation verändert hat. red

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