Coburg

Rainer Pezolts Lieder-Zyklus nach Heine erlebt Uraufführung in Coburg

Coburg — Der Tonkünstlerverband Coburg-Kronach-Lichtenfels präsentiert sich mit einem Kammermusikabend am Samstag (24. Oktober, 19 Uhr) dem Coburger Publikum. Im Gymnasium Albertin...
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Rainer Pezolt Foto: privat
Rainer Pezolt Foto: privat
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Coburg — Der Tonkünstlerverband Coburg-Kronach-Lichtenfels präsentiert sich mit einem Kammermusikabend am Samstag (24. Oktober, 19 Uhr) dem Coburger Publikum. Im Gymnasium Albertinum steht die Uraufführung eines Lieder-Zyklus' des in Bad Rodach lebenden Komponisten Rainer Pezolt im Mittelpunkt.

Was war der Auslöser für Ihre Heine-Vertonungen? Was reizt Sie an Heines Lyrik?
Rainer Pezolt: Äußerer Anlass zur Vertonung der Heine-Texte war die Idee eines mir bekannten Liedbegleiters, Schumanns "Dichterliebe" in der Originalfassung aufzuführen, dann aber sämtliche Gedichte des Zyklus in der Vertonung anderer Komponisten nachfolgen zu lassen: Es fehlte ihm "Das ist ein Flöten und Geigen" und ich vertonte das Gedicht. Es war quasi die Keimzelle für die 7 Lieder; eine Affinität zu Heines Lyrik hatte ich schon immer. Zu seinen romantisch-lyrischen Gedichten wie auch zu seinen politischen (zum Beispiel die Vertonung von Heines "Die Wanderratten").

Wie sind Sie bei der Textauswahl vorgegangen?
Durch die lange Beschäftigung mit Heine ergaben sich Vorlieben für bestimmte Texte, das Gedicht "Der Tod, das ist die kühle Nacht" begleitet mich schon seit meiner Schulzeit am Albertinum, aus der eine nicht vollendete Vertonung des Gedichts existiert.

Wie lässt sich die Tonsprache bei diesem Zyklus beschreiben?
Eine der faszinierendsten Möglichkeiten des zeitgenössischen Komponierens ist das Aufeinanderprallen verschiedenartiger, heterogener Elemente, wodurch sehr starke, zum Teil extreme Spannungen auftreten können. So treffen in meinem Liederzyklus Rockmotorik und tonale Klanglichkeit auf komplexe Rhythmik, Stimmverfremdungen, Zwölftönigkeit und viele andere gegensätzliche Elemente. Ich bezeichne die Tonsprache als "pluralistisch".
Wie ist das Werk formal aufgebaut?
Die Form des Werks ist im Titel benannt: "Rondell". Die formale Spiegelung um ein Zentrum erscheint mir als eine der "perfektesten" aller Formen und kontrastiert deshalb auf die stärkste und somit interessanteste Weise mit der Klangwelt des Pluralismus.

Die Fragen stellte Jochen Berger



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