Rannungen
gemeinderat  

Räte arbeiten sich ein

Die Gebührenberechnung ist eine schwierige Materie. Deshalb hatte die Gemeinde Rannungen für ihre Abwassergebühr eigens ein Büro beauftragt. Deren Vertreter erläuterte in der Sitzung das Gebührenmodell.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Abwassergebühr in der Gemeinde wird ab dem 1. Januar 2017 nicht wie bisher nach dem verbrauchten Trinkwasser berechnet, sondern nach dem sogenannten Grundstücksabfluss-Beiwertverfahren. Dabei wird in Zukunft unterschieden zwischen dem Abwasser aus dem Haus für Küche, Spülmaschine, Waschmaschine, Toilette, Bad, Dusche einerseits und dem Abwasser aus versiegelten Grundstücksflächen wie Terrassen oder Zufahrten in die Kanalisation andererseits.
Das klingt zunächst einfach, aber zum Beispiel müssen auch Zisternen oder Bürgermeisterkanäle (das sind kleinere Gräben für Niederschlagswasser oder geklärtes Abwasser) bei der Berechnung berücksichtigt werden. Diese Bürgermeisterkanäle gibt es in Rannungen vermutlich aber gar nicht mehr, hieß es in der Sitzung.


Sieben Kategorien

Die Gemeinde hatte extra das Kommunalberatungsbüro Dr. Schulte und Röder (Veitshöchheim) eingeschaltet, um eine Satzung mit einem Gebührenmodell aufzustellen. Michael Häfner nahm im Auftrag des Büros an der Sitzung teil, um das Grundstücksabfluss-Beiwertverfahren zu erläutern. Trotzdem seufzte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) an einer Stelle: "Ich hab's noch nicht kapiert, das müssen Sie nochmal erklären."
Die Grundstücksflächen werden in Zukunft in sieben Kategorien eingeteilt, beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag der Experten des Büros. Bei Stufe null, also vor allem bei Rasenflächen, versickert alles oder so gut wie alles Regenwasser im Boden und fließt nicht in die Kanalisation. Wenn dagegen eine Fläche komplett versiegelt ist und deshalb alles Wasser in die Kanalisation fließt, erfolgt eine Einstufung in Stufe VI mit entsprechend hoher Abwassergebühr.
Dazwischen gibt es alle möglichen Varianten, je nach Grad der Bodenversiegelung zum Beispiel durch Rasensteine, die einen Teil des Wassers durchlassen. "Mit dieser Einteilung in Stufen reduziere sich der Verwaltungsaufwand", sagte Bürgermeister Fridolin Zehner. Er betonte auch, dass die Einführung des neuen Systems keine Gebührenerhöhung an sich bedeute, sondern nur eine Umschichtung.


Regelung für Zisternen

Beschlossen wurde auch, dass Zisternen mit Überlauf an den Abwasserkanal, aber ohne Brauchwassernutzung nicht gebührenmindernd berücksichtigt werden. Zisternen mit Überlauf und Anschluss an den Kanal und Nutzung des Brauchwassers sollen gebührenmindernd berücksichtigt werden. Gemeinderat Klopf (Rannunger Bürgerliste) wollte wissen, wie es gehand-habt wird, wenn Hausbesitzer Brauchwasser aus der Zisterne zum Beispiel für die Klospülung im Haus verwenden. In solchen Fällen könnte man Wasseruhren einbauen oder Pauschalen pro Hausbewohner verlangen, schlug Michael Häfner vor.


Entscheidung fällt nächstes Mal

"Wie viele Haushalte haben überhaupt Zisternen? Wenn das fünf oder acht sind, dann ist der Verwaltungsaufwand zu hoch", meinte zu diesem Problem Werner Keller (Rannunger Bürgerliste). Endgültig entschieden wird erst in der nächsten Sitzung, da noch einige Fragen zu klären sind, unter anderem die erwähnte Zahl der Zisternen.



Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.