Beutelsdorf
Kontrollen 

Radarversteck im Wald

Die Polizei führte kurz nach dem tödlichen Unfall auf der ERH 14 Geschwindigkeitsmessungen durch. Nur wenige Autofahrer verstießen gegen Tempo 70.
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An der Unfallstelle auf der ERH im Beutelsdorfer Wald kontrollierte die Polizei die Geschwindigkeit der Autofahrer.  Foto: Michael Busch
An der Unfallstelle auf der ERH im Beutelsdorfer Wald kontrollierte die Polizei die Geschwindigkeit der Autofahrer. Foto: Michael Busch
Bernhard Panzer

Es war ein schrecklicher Unfall, der sich am ersten Sonntag im April ereignete (der FT berichtete). Kurz vor Mittag war ein junger Mann mit seinem Auto frontal gegen einen Baum gerast. Er starb noch an der Unfallstelle. Die Kreisstraße ist dort auf Tempo 70 begrenzt, das Fahrzeug muss aber erheblich schneller gewesen sein.
So furchtbar dieser Unfall gewesen ist, er war doch eher ein Ausnahmefall. Das stellt Christian Deisel von der Pressestelle der Verkehrspolizei in Erlangen fest. Als "unfallmäßig unauffällig" bezeichnet er die Strecke zwischen Beutelsdorf und Untermembach. Dennoch hat das kurvige Mittelstück zwischen den beiden Ortschaften, das auf anderthalb Kilometern Länge durch den Wald führt, durchaus seine Tücken. Auch deshalb ist es auf diesem Teilstück auf 70 km/h begrenzt worden.


Regelmäßige Messungen

Mindestens einmal im Monat, so erläutert Deisel, werden von der Polizei dort Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Das wissen die ortskundigen Autofahrer. Und viele halten sich an das erlaubte Tempo. Das ergaben auch die beiden jüngsten Messungen.
An zwei Tagen kurz nach dem tödlichen Unfall hatte man die Messgeräte aufgestellt. Just an der Stelle, an der ein Waldparkplatz gelegen ist und der Autofahrer verunglückt war. Am 7. April wurde zwischen 9.20 und 13.20 Uhr gemessen. 1080 Fahrzeuge wurden in diesen vier Stunden erfasst, nur 24 waren zu schnell. Alle kamen laut Deisel mit Verwarnungen davon, der Spitzenreiter war mit 92 Sachen unterwegs. Knapp unter hundert blieb der Schnellste auch drei Tage zuvor, als man ein ähnliches Ergebnis erzielte.
Zumeist kontrolliert die Polizei, wie der Beamte weiter erläutert, nach Unfallhäufigkeit und Bürgerbeschwerden. Aber es gibt auch Strecken, wie eben diese im Beutelsdorfer Wald, die immer wieder hergenommen werden. Es gebe mehrere solcher Punkte rund um Herzogenaurach. Auch sei die erlaubte Geschwindigkeit dort ja nicht von ungefähr von 100 auf 70 reduziert worden. "Da, wo es geht, gibt's die freie Fahrt", sagt Deisel. Aber manchmal sei das eben nicht möglich.


Beispiel Frankenschnellweg

Regelmäßige Messungen führen laut Deisel auch dazu, dass sich die Autofahrer das einprägen. Wer öfter dort unterwegs ist, der fahre entsprechend vorsichtiger. Der Polizist nennt das Beispiel Frankenschnellweg in Erlangen. Seit dort bei erlaubten Tempo 80 wiederholt Radarkontrollen stattfinden, werde das erlaubte Limit auch überwiegend eingehalten.
Auf der ERH 14 im Beutelsdorfer Wald wurde die Anordnung im Jahr 2010 erlassen. Das sagte die Pressesprecherin im Landratsamt, Hannah Reuter. Der Grund ist, dass dort Parkplätze im Wald sind, die von Wanderern und Spaziergängern genutzt werden. Diese und auch Radfahrer kreuzen die Straße, an der auch ein Radweg entlang führt.
Und weil die Strecke eben sehr kurvenreich ist, habe man sie langsamer gemacht, um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer zu gewährleisten, sagte die Pressesprecherin.
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