Schney
Talkrunde 

Quartett parliert im Plauderton

Beim politischen Sommer der CSU in Schney waren erstmals vier Mandatsträger auf einem Podium.
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Podiumsdiskussion mit (von links): Emmi Zeulner, Jürgen Baumgärtner, Heiner Gremer, Christian Meißner und Monika Hohlmeier Foto: Andreas Welz
Podiumsdiskussion mit (von links): Emmi Zeulner, Jürgen Baumgärtner, Heiner Gremer, Christian Meißner und Monika Hohlmeier Foto: Andreas Welz
Neue Wege beschritt am Montag der CSU-Kreisverband beim politischen Sommer im Festzelt des FC Schney, der sein 100-jähriges Bestehen feierte. CSU-Kreisvorsitzender Landrat Christian Meißner hatte die örtlichen Abgeordneten auf Landes-, Bundes- und Europa-ebene zu einem Podiumsgespräch eingeladen. Die Moderation übernahm Heiner Gremer, Korrespondent für Oberfranken des Bayerischen Rundfunks.
Für Heiterkeit sorgte zu Beginn der Hinweis Meißners an den Schirmherrn und SPD-Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, Andreas Hügerich, dass dieser an einer politischen Schulung teilnehmen dürfe. Der Moderator stellte neben der großen Politik viele persönliche Fragen an die Talkrunde. Zum Beispiel, wie man zur Politik komme.


Gegen den Willen des Vaters

Monika Hohlmeier (MdEP) erinnerte sich, dass sie gegen den Willen ihres Vaters, des damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, diese Laufbahn eingeschlagen hatte. "Um 8 Uhr ging's zur Schule, um 11 Uhr wurde die Schule geschwänzt und Wahlkampf für den Vater gemacht", sagte sie und fügte hinzu: "Ich habe den Vater oft begleitet und wusste, was mich erwartet."
Emmi Zeulner (MdB) hat sich schon früh politisch engagiert. Ihr Mentor und Vorbild sei der damalige Landtagsabgeordnete Christian Meißner gewesen. "Und damals war er noch jünger", stellte sie zur Gaudi der Zuhörer fest. Jürgen Baumgärtner machte deutlich, dass er aus einer Arbeiter- und SPD-Familie stamme. "Gegen die musste ich mich durchsetzen", erinnerte er sich. Nach Ausflügen in andere Lager sei er schließlich bei der Jungen Union gelandet.
Christian Meißner erinnerte daran, dass sein Vater Georg seit den 70er Jahren die Dienstwagen der CSU-Landräte gefahren hätte. Das habe ihn geprägt, als er 1986 in die CSU und Junge Union eintrat. Der Eintritt in das Bayerische Parlament 1989 sei ein wichtiger Abschnitt seines Lebens gewesen. Die Rückkehr in die Heimat als Landrat bezeichnete er als richtigen Schritt.


Unterstützung der Familien

Die Frage des Moderators nach der politischen Bilanz ihres Wirkens beantworteten alle mit der Feststellung: "Man muss Politik einfach mögen." Hohlmeier hob hervor, dass die Familien Unterstützung böten. "Vor ihnen habe ich großen Respekt", sagte sie. Emmi Zeulner machte deutlich: "Politik muss man mit Haut und Haaren machen, wir sind Überzeugungstäter". Politik sei ein Ganztagsberuf, den man einfach gern haben müsse. Schön sei, wenn "hinten was dabei rauskomme". Christian Meißner gab zu bedenken, dass Toleranz wichtig sei. "Vieles geht auch unter die Gürtellinie", stellte er fest. Erfolgserlebnisse bestärkten in den eingeschlagenen Kurs.
Jürgen Baumgärtner bezeichnete seine Arbeit als Politik vor der Haustür: "Landespolitik ist näher am Menschen, wir lieben unser Land und unseren Job." Die Frage aus dem Plenum, wie man Wähler zurückbekomme, konnten die Podiumsteilnehmer nicht eindeutig beantworten. Die "Alternative für Deutschland" (AfD) käme als Partner nicht infrage, und die Zusammenarbeit mit den "Grünen" sei schwierig. Mit der Rückkehr der FDP ins Parlament hoffe man auf einen starken Partner.


Zu viele Gesetze?

Kritisiert wurden die vielen neuen Gesetze, insbesondere der EU. Hohlmeier stellte eine Misstrauenskultur fest. "Wenn die Menschen die Gesetze nicht kennen, werden sie sie nicht einhalten", war die Europaabgeordnete überzeugt. Ein Bürger aus Schney bedauerte, dass nach der Schließung des Wertstoffhofes keine Grünannahmestelle zur Verfügung stehe. Landrat Meißner: "Wir suchen intensiv eine Grüngutstelle und wollen sie möglichst schnell finden."
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