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Coburg

"Pro Bahn" Thüringen enttäuscht

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Coburg — IHK-Präsident Friedrich Herdan will den Schienen-Lückenschluss zwischen Coburg und Südthüringen nicht mehr unbedingt auf der früheren Werrabahntrasse. Zwischen Eisfeld und Coburg sind die Gleise seit Jahrzehnten abgebaut, die frühere Bahntrasse ist teilweise bebaut. Bernd Schlosser, Landesverbandsvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn , reagiert enttäuscht auf diesen Sinneswandel. Herdan hat sich der Linie des Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach angeschlossen, der vorschlägt, einen Schienenlückenschluss durch die Verlängerung der Nebenbahnstrecke Coburg-Bad Rodach zu schaffen. "Eine neue Streckenführung über Bad Rodach war bereits im Rahmen der Machbarkeitsstudie im Jahr 2009 untersucht worden", erklärte Schlosser am Dienstag. Die Strecke über Bad Rodach sei "nicht nur signifikant teurer, was die Aussichten auf eine Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans und damit auf eine Realisierung senkt, sondern auch für die Fahrgäste weniger attraktiv, weil bei dieser Variante in Bad Rodach nur ein neu zu errichtender Bahnhof fernab des Ortskerns genutzt werden kann". Abgesehen davon hätten die Länder Bayern und Thüringen den Lückenschluss schon längst für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet - und zwar auf der alten Trasse. "Für uns stellt sich da schon die Frage, warum die IHK jetzt, nachdem die Anmeldungen vorbei sind, eine andere Variante zu diskutieren beginnt und sich damit, bildlich gesprochen, nicht nur hinter den fahrenden Zug wirft, sondern auch noch eine in jeder Hinsicht schlechtere Variante durchsetzen will", erklärte Schlosser. Dass es "massive Proteste" gegen die Trasse durchs Lautertal gebe, will er nicht glauben: "An der Demonstration gegen die Trasse durch das Lautertal in Coburg am 9. März 2014 nahmen ganze 20 Bürger teil." Auch bei der nun von der IHK geforderten Trassenvariante über Bad Rodach werde es zu Protesten kommen. "Wahrscheinlich sogar in mehreren Gemeinden, weil es entlang der dann längeren Trasse mehr betroffene Bürger gibt." sb

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