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Frensdorf
Bauernmuseum 

Prägende Gesichter der Straßen

Fotos von Wiltrud Doerk und Manfred Haaß ergänzen die Ausstellung "Zwischen Tür und Angel", die seit April im Bauernmuseum des Landkreises in Frensdorf zu sehen ist.
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Zwei Exponate der neuen Fotoausstellung "Fenster und Türen im Bamberger Land" Foto: Evi Seeger
Zwei Exponate der neuen Fotoausstellung "Fenster und Türen im Bamberger Land" Foto: Evi Seeger
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Die alte Haustüre schmückt ein verblühter Kranz. Die Farbe der Tür blättert und lässt schon das nackte Holz durchscheinen. Welke Blätter auf den Steinstufen verstärken den morbiden Charme dieses Hauseingangs. Herbststimmung, Vergänglichkeit signalisierend, findet sich ebenso in den Fotografien wie frisch in Ochsenblut rot leuchtende Türen und Fensterläden. Aber auch große Respekt einflößende Portale. Auf ihren Streifzügen durch das Bamberger Land haben Wiltrud Doerk und Manfred Haaß viele gute Beispiele eingefangen. Beispiele dafür, wie Besitzer kreativ und verantwortungsvoll mit den Zeugnissen der Vergangenheit umgehen können.
Die beiden Amateurfotografen ergänzen mit ihren künstlerischen Aufnahmen die Ausstellung "Zwischen Tür und Angel", die seit April im Bauernmuseum des Landkreises läuft. Jetzt eröffnete der Hausherr, Landrat Hans Kalb (CSU), die Fotoausstellung "Fenster und Türen im Bamberger Land".
Details rücken in den Blick des Betrachters, wie er sie im Vorübergehen wohl nie erfassen würde. "Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht", zitierte daher sehr sinnig Museumsleiterin Birgit Jauernig. Der Ausstellung "Zwischen Tür und Angel" habe noch etwas gefehlt. Jetzt erst sei das Thema "Fenster, Türen und Beschläge" komplett. Sie sei glücklich darüber, dass sie die beiden Fotografen verleiten konnte, ihren bisherigen fotografischen Weg der Naturaufnahmen zu verlassen und die Kamera auf andere Motive zu richten. Obwohl nur bauliche Details, würden Fenster und Türen die Fassade eines Hauses prägen, mitunter sogar das Gesicht einer ganzen Straße. Fenster und Türen, früher durchaus Statussymbol, würden viel über die Bewohner eines Hauses verraten. Die neue Ausstellung wolle mit dem Besucher "über die Sprache der Bilder korrespondieren". Dabei werde auch das Auge geschult. "Die Ausstellung wird künftig ihren Blick lenken. Nie wieder werden sie eine interessante Tür oder ein schön gestaltetes Fenster übersehen", richtete sich Jauernig an die Zuhörer.
Diese Saat zu legen, sei die Intention der Ausstellung, so Landrat Kalb. Auch wenn in jüngster Zeit wieder mehr Wert auf dieses historische Erbe gelegt werde. Selbst Eigentümer eines Baudenkmals "kämpfe ich um jeden einzelnen Ziegel", beteuerte er.
Um solche Schätze kämpfen auch Handwerksmeister aus Stadt und Landkreis Bamberg. "Das Bewusstsein für die Schönheit dieser alten Handwerkskunst ist geweckt", sagte Glasermeister Peter Süß. Vor einigen Jahrzehnten sei dies noch ganz anders gewesen. Malermeister und Restaurateur Günter Köhler "tut manchmal das Herz weh", wenn er zusehen muss, wie alte Häuser abgerissen werden. "Wenn wir das wissen, bauen wir alte Fenster oder alte Beschläge ab und verarbeiten sie wieder", sagt Süß. Eine Wohnqualität wie in einem alten Haus sei in einem Neubau nicht zu erreichen, betont Köhler. Daher würden sich immer mehr - vorwiegend junge Familien - ganz bewusst für ein Baudenkmal entscheiden.
Viel Lob für das Museum gab es vom Vorsitzenden des Fördervereins, Jakobus Kötzner. Durch Ausstellungen, Kurse, Museumspädagogik, Ferienprogramme oder jahreszeitliche Veranstaltungen und Märkte werde das Bauernmuseum immer attraktiver. Der Museumsgarten sei sehenswert und lehrreich, da dort viele alte Sorten angebaut werden. Die Gemeinde Frensdorf biete sogar Trauungen in der Bauernstube an.

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