Bamberg

Plätze für junge Flüchtlinge mehr als verzehnfacht

Mehr als verzehnfacht haben katholische Jugendhilfeeinrichtungen in der Erzdiözese Bamberg ihre Plätze für junge Flüchtlinge seit 2014. Waren vor zwei Jahre...
Artikel drucken Artikel einbetten
Mehr als verzehnfacht haben katholische Jugendhilfeeinrichtungen in der Erzdiözese Bamberg ihre Plätze für junge Flüchtlinge seit 2014. Waren vor zwei Jahren gerade einmal 25 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht, so haben bis Ende Januar 2016 288 dieser Jugendlichen Aufnahme in katholischen Einrichtungen gefunden. 30 weitere Plätze sind in Planung, teilt der Caritasverband mit.
Damit stellen die jungen Menschen, die ohne Begleitung erwachsener Verwandter auf der Flucht nach Deutschland gelangten, fast die Hälfte der Bewohner der stationären Jugendhilfe. Diese verfügt in der Erzdiözese Bamberg, die fast ganz Oberfranken und einen Gutteil Mittelfrankens umfasst, über insgesamt 630 Plätze. 52 der 288 jungen Migranten leben in Gruppen mit einheimischen Jugendlichen zusammen. Für alle anderen wurden eigene Gruppen eingerichtet; dadurch entstanden 20 neue Wohngruppen, verteilt auf sieben Einrichtungen.
"Diese Zahlen zeigen das enorme Engagement der Träger und Einrichtungen im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge", betont Ursula Kundmüller, die Abteilungsleiterin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe beim Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg. "Wir gehen aber davon aus, dass sich die Zahl der Plätze nicht in dieser Steigerungsrate weiter vermehren lässt."
Flüchtlinge unter 18 Jahren, die ohne Eltern oder andere erwachsene Verwandte nach Deutschland kommen, werden nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, sondern in Häusern der Kinder- und Jugendhilfe. Dort werden sie auch weitestgehend nach deren Standards betreut. "Besonderen Wert legen die Einrichtungen darauf, dass die Jugendlichen sich psychisch stabilisieren, schulische Bildung erwerben und selbstständig werden", betont Kundmüller. Wenn notwendig, werde die Betreuung auch über das 18. Lebensjahr hinaus fortgesetzt. Ziel sei es, dass sich die Jugendlichen möglichst gut in Deutschland integrieren. Ursula Kundmüller glaubt, dass sich die intensive Betreuung in der Kinder- und Jugendhilfe auch für die Gesellschaft lohnt: "In den Einrichtungen, das zeigen unsere Erfahrungen, stehen die Chancen gut, dass die Jugendlichen einen Schulabschluss erreichen. Als zukünftige Fachkräfte können sie den in sie investierten Aufwand auch wieder an die Gesellschaft zurückgeben." red
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren