Ludwigsstadt
Sanierung 

Pläne für das Freibad

Die Stadt Ludwigsstadt will ihr Schwimmbad modernisieren. Dabei denkt man nicht an Luxus, sondern muss sich der Notwendigkeit beugen und die Auflagen erfüllen.
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Am Schwimmbad Ludwigsstadt wurden die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen diskutiert: Bürgermeister Timo Ehrhardt (v. l.), MdL Klaus Adelt, Hermann Feuerpfeil, Dritter Bürgermeister Hubert Bischoff und Bademeister Nicol Schinner waren vor Ort. Foto: K.- H. Hofmann
Am Schwimmbad Ludwigsstadt wurden die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen diskutiert: Bürgermeister Timo Ehrhardt (v. l.), MdL Klaus Adelt, Hermann Feuerpfeil, Dritter Bürgermeister Hubert Bischoff und Bademeister Nicol Schinner waren vor Ort. Foto: K.- H. Hofmann
Karl-Heinz Hofmann

Was am Schwimmbad in Ludwigsstadt zu tun wäre, das ist klar. Zur Instandsetzung und Sanierung von Heizung, Becken, Außenanlagen und Technik bräuchte man allerdings dringend finanzielle Unterstützung. Um Hilfe bat die Stadt deshalb MdL Klaus Adelt (SPD). Dieser will nun beim Staatssekretär des bayerischen Finanzministeriums, MdL Albert Füräcker, vorstellig werden.
Das landschaftlich idyllisch gelegene Schwimmbad ist 1932 erbaut worden und wurde im Laufe der Jahrzehnte einige Male erweitert und modernisiert. 1954 sowie in den Jahren 1972 bis 1974 wurde etwas verändert. Auch aktuell werden die Sanitäranlagen für circa 140 000 Euro auf den neuesten Standard gebracht. Es wurde und wird also viel investiert.
Doch seitens externer Behörden verlangt man grundsätzliche Nachbesserungen im Bereich Becken, Technik, Außenanlagen und vor allem wäre die Heizung für die Wassertemperatur im Schwimmbecken dringend zu machen. "Seit die Heizung vor einiger Zeit ausgefallen ist, hat sich die Besucherzahl drastisch verringert", sagt Bademeister Nicol Schinner. Er blickt zurück auf Rekord-Besucherzahlen nach der Wiedervereinigung von rund 30 000. Diese habe sich, nachdem in Thüringen Schwimmbäder aufgerüstet wurden, im Laufe der Jahre auf 15 000 Badegäste halbiert. "Seit die Heizung nicht mehr geht, liegen wir bei etwa 10 000 Badegästen in der Saison", erklärt Schinner.
Selbst bei hohen Außentemperaturen von über 30 Grad im Sommer liege die Wassertemperatur in Ludwigsstadt nur bei 18 bis 19 Grad Celsius. Eine Mutter mit ihrem Kind bade nicht in diesem Wasser, sondern fahre wieder nach Hause oder nach Kronach oder Saalfeld, was natürlich nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet, so die Einschätzung.


Freibad gehört dazu

Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) will mit den Stadträten um das Freibad kämpfen. Es ist das einzige Freibad neben dem Freizeitsee bei Windheim, das zwischen Saalfeld und Kronach liegt. Im Mittelzentrum Ludwigsstadt sollte ein Freibad zur Daseinsvorsorge zählen, sagte der Bürgermeister. Es sei unabdingbar für die Lebensqualität in der Rennsteigregion.
Der Betrieb in den nächsten Jahren sei laut Ehrhardt nur gesichert, wenn ein Sanierungsbeschluss im Stadtrat verabschiedet wird. In einer der nächsten Sitzungen wird der Bürgermeister die Stadträte ausführlich informieren und um einen entsprechenden Beschluss bitten.
Eine Generalsanierung würde geschätzt 3,5 Millionen Euro kosten. Klar sei: Die Stadt Ludwigsstadt kann aufgrund ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit und der Haushaltskonsolidierung das Bad nur mit einer Förderung sanieren und somit weiter betreiben. Eine Sanierung müsste in mehreren Abschnitten und über Jahre hinweg erfolgen. Dabei hob der Bürgermeister ausdrücklich hervor, dass der Betriebsablauf unter der Regie von Bademeister Nicol Schinner gut funktioniere - auch wegen der ehrenamtlichen Helfer insbesondere von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.
Die erste Aufgabe der Stadt werde es sein, ein Fachberaterbüro einzuschalten, um weitere Möglichkeiten zu prüfen und der Stadt entsprechende Vorschläge zu unterbreiten, die dann wiederum den Behörden und der Regierung vorgelegt werden können.
Landtagsabgeordneter Klaus Adelt erklärte - auch im Beisein vom Dritten Bürgermeister Hubert Bischoff (SPD) und Stadtrat Hermann Feuerpfeil (FW) -, dass die SPD Landtagsfraktion schon im Sommer eine Anfrage an die Landesregierung über den Zustand/Sanierungsbedarf der bayerischen Schwimmbäder betreffend gestellt habe. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt. Dabei wurden im Landkreis Kronach bei mehreren Bädern größerer Sanierungsbedarf festgestellt. Zwei Bäder wurden laut Adelt sogar als "von der Schließung bedroht" eingestuft: Dies ist neben dem Tettauer Lehrschwimmbecken das Freibad in Ludwigsstadt.
Das Freibad Ludwigsstadt ist als ein Projekt im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) der Rennsteigregion aufgelistet, das unbedingt erhalten werden muss.
Nach Adelts' Wissensstand werden derzeit kommunale Freibäder und nicht schulisch genutzte kommunale Hallenbäder nicht gefördert. Dies stelle die Stadt Ludwigsstadt vor eine fast unlösbare Aufgabe, da schon die Deckung des jährlichen Defizits - derzeit bis zu 75 000 Euro pro Jahr - im Haushalt gestemmt werden müsse. Eine Sanierung jedoch würde auch zur Senkung der Betriebskosten beitragen. Er werde, parallel zu den Aktivitäten der Stadt, im Finanzministerium vorsprechen, um eine möglichst breite Förderung zu erreichen, versicherte Adelt bei der Besichtigung vor Ort.
Für die Anwesenden war es ein schwacher Trost. Klar wurde auf jeden Fall, dass Ludwigsstadt mit diesem Problem nicht alleine dasteht, sondern dass viele Kommunen mit der Herausforderung kämpfen würden, ihr Freibad im Ort zu erhalten.

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