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Altenkunstadt

Pfarrer besucht seine ehemalige Gemeinde

"Da kommen sie", ertönte es vielstimmig, als ein Bus mit Kulmbacher Kennzeichen die Einfahrt zum Judenhof ansteuerte. Mit einem herzlichen Hallo begrüßten z...
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Pfarrer Jürgen Rix aus Mangersreuth und sein Frauenkreis "Bunte Runde" waren einen Nachmittag lang zu Gast bei der Altenkunstadter Frauenhilfe. Foto: Bernd Kleinert
Pfarrer Jürgen Rix aus Mangersreuth und sein Frauenkreis "Bunte Runde" waren einen Nachmittag lang zu Gast bei der Altenkunstadter Frauenhilfe. Foto: Bernd Kleinert
"Da kommen sie", ertönte es vielstimmig, als ein Bus mit Kulmbacher Kennzeichen die Einfahrt zum Judenhof ansteuerte. Mit einem herzlichen Hallo begrüßten zahlreiche Mitglieder und Freunde der evangelischen Frauenhilfe ihren früheren Gemeindepfarrer Jürgen Rix. Der Geistliche, der 15 Jahre lang in Altenkunstadt und Strössendorf seelsorglich tätig war und seit April 2015 die Kirchengemeinde Mangersreuth betreut, kam in Begleitung des Frauenkreises "Bunte Runde" und deren Leiterin Brigitte Bohl.


Synagoge wurde 1726 errichtet

"Schön, euch alle wiederzusehen", rief Rix den Frauen und Männern zu. Im Judenhof wurden Gäste und Gastgeber von Inge Goebel, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft "Synagoge", empfangen. "Wir befinden uns hier im zweiten großen Siedlungskern Altenkunstadts, obwohl er jahrhundertelang überhaupt nicht zum Dorf gehörte. Wiesen und Felder lagen zwischen ihm und dem Ort", erläuterte die ehrenamtliche Archivpflegerin der Gemeinde.
Die 1726 errichtete Synagoge dient ihren Worten zufolge seit 1993 als Begegnungs-, Kultur- und Gedenkstätte. Goebel beantwortete die Fragen der Mangersreuther, die unter anderem wissen wollten, ob noch Juden in Altenkunstadt leben und welche Bedeutung der Hochzeitsstein an der Fassade des Gebäudes hat.
Im Kulturraum des ehemaligen jüdischen Gotteshauses informierte die Referentin über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde im Ort, bevor sie den Besuchern die Ausstellung über die Geschichte der Juden am Obermain auf der einstigen Frauenempore vorstellte. Das "Schmuckstück" unter den Exponaten ist eine in hebräischer Sprache verfasste Thora-Rolle.
Pfarrer Jürgen Rix stellte seiner "Bunten Runde" das Seniorenheim vor, in dem er viele Jahre regelmäßig mit den Bewohnern Gottesdienst gefeiert hatte: "Es befindet sich mitten im Ort. Bank, Apotheke, Post, Eisdiele und selbst ein Wirtshaus sind nur einen Katzensprung entfernt." Der Geistliche lobte die ehrenamtlich tätigen Frauen, die einmal im Monat für einen Nachmittag den Speisesaal des Seniorenzentrums in das "Altenkuschter Bürgercafé" verwandeln: "Eine super Institution, die sich im Laufe der Jahre zu einem Ort der Begegnung für Menschen aller Altersgruppen entwickelt hat."
Mit dem Erlös unterstütze das Team wohltätige Zwecke. Dank galt auch Inge Goebel von der Interessengemeinschaft Synagoge für den kurzweiligen Einblick in die Geschichte der Juden im Ort. Am späten Nachmittag fuhren Gäste und Gastgeber nach Strössendorf. In der altehrwürdigen Sankt-Katharina-Kirche feierten sie mit Pfarrer Jürgen Rix eine Andacht. bkl
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