Pettstadt

Pettstadts Aufgaben für die nächsten zehn Jahre

Stadtplanerin Nadja Christmann vom Planungsbüro Wittmann, Valier & Partner erntete im Gemeinderat jetzt Dank für das maßgeblich von ihr erarbeitete "Integri...
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Stadtplanerin Nadja Christmann vom Planungsbüro Wittmann, Valier & Partner erntete im Gemeinderat jetzt Dank für das maßgeblich von ihr erarbeitete "Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept" (ISEK). Über Jahre hinweg begleitete Christmann den Planungsprozess von der Ideenfindung bis zur abschließenden Beschlussfassung über die Satzung zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes. Es reicht vom Ortskern die Hauptstraße entlang bis hinaus zur Pettstadter Fähre.
Bürgermeister Jochen Hack (FWG) sieht darin Aufgaben für die nächsten zehn Jahre. "Immer wenn wir Geld übrig haben, können wir nachschauen, was wir davon Sinnvolles gestalten können", sagte Hack. Der Kern des Entwicklungskonzeptes freilich, eine senioren- und behindertengerechte Wohnanlage zusammen mit einem Bürgerhaus im zentral gelegenen Hopfengarten, ist fest vereinbart. Die Verwirklichung wird nicht lange auf sich warten lassen.
Bis zuletzt wurde um einzelne Gesichtspunkte gerungen. Beispiel "Etterwege". Das sind öffentlich gewidmete Fußwege zwischen der Fabrik- und Hauptstraße, die sich teilweise aber in Privateigentum befinden. Im Umfeld einer Senioren-Wohnanlage wäre es - so die überwiegende Meinung - sinnvoll, diese Wege zeitgemäß und barrierefrei zu befestigen. Bemühungen der Gemeinde, die Etterwege zu diesem Zweck zu erwerben, scheiterten teilweise am Widerstand einzelner Grundbesitzer. Nun empfiehlt die Fachberatung des Landratsamtes, "auf einen Ausbau ganz zu verzichten". Die Befestigung mit einer nur wassergebundenen Decke und der Erhalt des begleitenden Saumstreifens von Ruderalgrün genügen der Behörde. Sie verweist darauf, dass ein barrierefreier Bewegungsraum für ältere Menschen mit Handicap oder für die Befahrung mit Kinderwagen nach wie vor über das öffentliche Straßennetz der Gemeinde vorhanden sei.


Im Einklang mit Naturschutz

Bei den Planungen für die Umgebung der Fähre, wo "Aufenthaltscharakter" entstehen soll, wird die Gemeinde Pettstadt aufgefordert, sich mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen. Das betrifft Radwege, Wandern, Tourismus und Naherholung im Umgriff des Naturschutzgebietes Pettstadter Sande oder für die Flussmündungen. Grundsätzlich biete das Naturschutzgesetz aber ein weiteres großes Potenzial für die Gemeinde, da das Gebiet im Projekt Sandachse Franken in ein umfangreiches Umweltbildungskonzept eingebunden worden sei, schrieb der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege.
Er dringt ferner darauf, für das Gewerbegebiet im Osten der Gemeinde ein großflächiges Grünkonzept zu entwickeln, in dem ökologische Aspekte eine gewichtigere Rolle spielen sollen. Hier seien große Randflächen vorhanden, die aufgrund der natürlichen Standortverhältnisse tendenziell magere Böden vorweisen. Diese Flächen wären ideal für die Ansaat von Wildblumenmischungen bzw. für die Entwicklung einer ortstypischen Sandwiesen-Vegetation aus dem Samenpotenzial der Umgebung. So sehr auf der einen Seite der Landschaftsschutz gewichtet wird, so bekommt auf der anderen die Verwertung natürlicher Ressourcen Bedeutung. So belehrt etwa der Regionale Planungsverband Oberfranken-West die Gemeinde Pettstadt, dass sich das Sanierungsgebiet nördlich des Radweges zur Fähre mit dem Vorranggebiet Sand/Kies 21 überschneidet. Die Folge: Bei Maßnahmen etwa für Naherholungszwecke sei sicherzustellen, dass sie Belangen des Rohstoffabbaus nicht entgegenstehen.
Der Gemeinderat nahm all die Stellungnahmen der Fachbehörden und Institutionen "zur Kenntnis", lässt sie in das ISEK aufnehmen und sichert zu, bei den Detailplanungen entsprechend Rücksicht zu nehmen. Immerhin ist das nunmehr einstimmig beschlossene Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept jetzt rechtsverbindlich.

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