Pettstadt

Pettstadt stellt Weichen gegen Überalterung

Alles, was in den letzten zwei Jahren an Plänen für die städtebauliche Entwicklung der Gemeinde Pettstadt in zahllosen Sitzungen zur Bauleitplanung erörtert...
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Alles, was in den letzten zwei Jahren an Plänen für die städtebauliche Entwicklung der Gemeinde Pettstadt in zahllosen Sitzungen zur Bauleitplanung erörtert worden ist, wird nun erneut durchgekaut: Endlich wurde der Entwurf des Büros für Städtebau und Bauleitplanung Bamberg für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aufgerufen. Ohne Abstriche passierte er den Gemeinderat in die Anhörung der Träger öffentlicher Belange.
Und auch die Pettstadter sollen informiert werden über den Fahrplan für die nächsten 15 Jahre. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf über fünf Millionen Euro, wozu die Gemeinde 60 Prozent an Städtebauförderung von Bund und Land einplanen darf.
Ausgangspunkt ist die Bewältigung des demografischen Wandels: Pettstadt wird zwar eine konstante Einwohnerzahl um die 2000 prognostiziert. Es ist allerdings ein steigender Anteil von Senioren zu erwarten. Darauf gilt es sich vorzubereiten. Die Hoffnung auf eine deutliche Verjüngung der Bevölkerung hängt davon ab, ob und wann die annähernd 100 erschlossenen Grundstücke in der Ortslage bebaut werden. Bürgermeister Jochen Hack (FWG) setzt dazu auf eine Initiative des Bayerischen Gemeindetages, eine Grundsteuer C einzuführen. Sie könnte auf Baulücken und Spekulationsobjekte erhoben werden.
Auf jeden Fall wird die Gemeinde ein Quartiersmanagement einrichten und mit einer qualifizierten Teilzeitkraft besetzen. Bei Bedarf wird diese externe Kraft bis zu sieben Jahre lang dazu beitragen, die Lebensgrundlagen in Pettstadt noch angenehmer zu gestalten.


Geld fürs Quartiersmanagement

Das Arbeitsfeld wird von der Moderation unterschiedlicher Interessen bis zur Umsetzung kleinerer Sofortmaßnahmen mithilfe eines Verfügungsfonds reichen. 45 000 Euro im Jahr sollen fürs Quartiersmanagement im Haushalt der Gemeinde bereitgestellt werden (darauf gibt es 60 Prozent Zuschuss).
Schwerpunkte des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes sind ein senioren- und behindertengerechtes Wohnquartier nebst eines Bürgerhauses im Hopfengarten, zwischen Fabrik- und Hauptstraße. Ferner geht es um die Aufwertung der Fähre, die Pettstadt als Alleinstellungsmerkmal dient. Weitere Projekte sind der Rückbau der Hauptstraße oder die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Richtung Bamberg.
Da der überörtliche Verkehr seit eh und je auf der Kreisstraße um Pettstadt herumgeführt wird, könnte der Hauptort im Rahmen eines modellhaften Konzeptes "schilderlos" (ohne Verkehrszeichen) neu strukturiert werden. Das im Ortskern weitgehend homogene und historisch geprägte Ortsbild soll erhalten bleiben. Allerdings sollen die Haus- und Grundbesitzer im Sanierungsgebiet Gelegenheit bekommen, mit staatlicher Förderung ihre Anwesen aufzuwerten. Vorerst gilt eine Veränderungssperre.
Einstimmig wurde der Entwurf des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes vom Gemeinderat gebilligt. Nun werden sich Gemeinderat, Genehmigungs- und Fachbehörden sowie die Bürger mit dem Gutachten beschäftigen und es letztlich in Kraft setzen.
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