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Bamberg
Flüchtlinge 

Perspektiven geben

Das Kolping-Bildungswerk fordert den Stopp jeglicher Polizeieinsätze zum Zwecke der Abschiebung an Schulen.
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Vor dem Hintergrund der Abschiebung eines afghanischen Schülers aus einer Nürnberger Berufsschule macht sich das Kolping-Bildungswerk im Erzbistum Bamberg Sorgen um seine Schüler an der Adolph-Kolping-Berufsschule.
Das Bildungswerk fordere den Stopp jeglicher Polizeieinsätze zum Zwecke der Abschiebung an Schulen. Der Polizeieinsatz in Nürnberg zeige, welches Eskalationspotenzial solche Aktionen haben, schreibt der Vorstand des Kolping-Bildungswerkes, Wolfram Kohler.
"Auch wir unterrichten, neben jungen Geflüchteten aus anderen Krisenregionen, afghanische Jugendliche in einer Integrationsklasse und versuchen gemäß unserem Auftrag diesen jungen Menschen über Bildung und Ausbildung eine Perspektive in unserer Gesellschaft zu eröffnen", so Kohler. Nach seiner Aussage werden diese Schüler freundlich und äußerst engagiert erlebt. Trotz ihres persönlichen Schicksals und der beständigen Angst vor Abschiebung kommen die Schüler täglich in die Integrationsklasse und nehmen mit großem Lerneifer am Unterricht teil. Gerne würden sie eine Ausbildung absolvieren und Teil unserer Gesellschaft werden, was ihnen jedoch aufgrund der aktuellen Abschiebepraxis verwehrt wird.


Sicherer Rückzugsort

"Bislang können wir ihnen an unserer Schule einen sicheren und verlässlichen Rückzugsort bieten und als Vertrauenspersonen für sie da sein", erläutert Kohler. "Ein Polizeieinsatz an unserer Schule würde dieses Vertrauensverhältnis schlagartig zunichtemachen und zu einer extremen Belastung aller Beteiligter führen, die einer Bedrohungslage gleichkommt. Nicht nur die Klasse, aus der diese Schüler gerissen werden, sondern viele der Jugendlichen an der Schule wären extrem verunsichert und könnten die Schule nicht mehr als sicheren Ort erleben".
Bei traumatisierten geflüchteten Schülern sei zudem eine Retraumatisierung zu befürchten. Dies könne schlagartig zu einer schwindenden Lernmotivation und zum Fernbleiben von der Schule führen. Kohler fordert daher einen Stopp jeglicher Polizeieinsätze zum Zwecke der Abschiebung an Schulen. red

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