Stiebarlimbach

Pater Alfred Welker - ein Leben im Dienst der Ärmsten

von unserem Mitarbeiter Mathias Erlwein Stiebarlimbach — Mit einem Feldgottesdienst in seinem Heimatort Stiebarlimbach wurde das 50-jährige Priesterjubiläum von Pater Alfred Welker...
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Aus dem Jahr 2004 stammt dieses Foto von Pater Welker, als er einen Gottesdienst feierte. Er wurde im Anschluss zum Ehrenbürger der Gemeinde Hallerndorf ernannt.  Foto: Archiv
Aus dem Jahr 2004 stammt dieses Foto von Pater Welker, als er einen Gottesdienst feierte. Er wurde im Anschluss zum Ehrenbürger der Gemeinde Hallerndorf ernannt. Foto: Archiv
von unserem Mitarbeiter Mathias Erlwein

Stiebarlimbach — Mit einem Feldgottesdienst in seinem Heimatort Stiebarlimbach wurde das 50-jährige Priesterjubiläum von Pater Alfred Welker gefeiert. Pfarrer Matthias Steffel hatte den Gottesdienst nur einen Steinwurf entfernt vom Elternhaus des Jubilars zelebriert. Leider konnte der 75-jährige Geistliche nicht daran teilnehmen. Der zum Ehrenbürger der Gemeinde Hallerndorf ernannte Priester verbringt wegen einer schweren Krankheit seinen Lebensabend in einem Alten- und Pflegeheim der Barmherzigen Schwestern in Unterhaching.
"Hitze, unhygienische Verhältnisse, Mangelernährung und ständige Angst vor Gewalt hatten seine schier unbezwingbaren Kräfte schwinden lassen", so seine in Stiebarlimbach lebende Schwester, Rosa Welker. Denn der Jesuit Alfred Welker hatte, damals 42-jährig, 1981 in Aguablanca, dem größten Slum im kolumbianischen Cali, seine Zelte aufgeschlagen und mit seiner Arbeit für die Kinder von Cali begonnen.
Nach der Priesterweihe 1964 im Bamberger Dom trat er 1965 in das Noviziat der Jesuiten in Neuhausen auf den Fildern ein. Nach zwei Studiengängen - Philosophie und Psychologie - wird Welker Jugendpfarrer in Regensburg. Von 1975 bis 1980 wirkte er dann als Jugendpfarrer im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg und war dort insbesondere für die Integration ausländischer Jugendlicher zuständig. Dann entschloss er sich dazu, nach Kolumbien zu gehen und dort konsequent mit den Armen zu leben. Er baute Kindergärten und Schulen - bis hin zum Gymnasium auf, errichtete eine Pfarrei und schuf Arbeitsplätze. Nach einer Schussverletzung kam er zum ersten Mal im Sommer 1990 wieder nach Deutschland, ging aber bald wieder zurück nach Kolumbien. Dort baute er allmählich einheimische Kräfte auf, die sein Werk "Die Kinder von Kali" weiterführen. Trotz ständiger Verfolgung und zwei Mordanschlägen hat er bis Ende 2010 seine Mission fortgeführt und wurde 2011 von den Jesuiten zur Pflege nach Deutschland gebracht.



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