Herzogenaurach

Ostfassade erstrahlt nach der Sanierung im alten gelben Glanz

Klaus-Peter Gäbelein Wer 300 Jahre auf dem Buckel hat, dem steht schon mal eine Frischzellenkur zu. Die Rede ist vom Herzogenauracher Schloss, speziell von ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Gerüst ist über zehn Meter hoch. Foto: Klaus-Peter Gäbelein
Das Gerüst ist über zehn Meter hoch. Foto: Klaus-Peter Gäbelein
Klaus-Peter Gäbelein

Wer 300 Jahre auf dem Buckel hat, dem steht schon mal eine Frischzellenkur zu. Die Rede ist vom Herzogenauracher Schloss, speziell von der Ostfassade, die sich zuletzt in einem wenig ansehnlichen Zustand befunden hat. Der Zahn der Zeit, vor allem die Feuchtigkeit, hatte dem Mauerwerk arg zugesetzt. Große Wasserflecken und abbröckelnder Putz waren in den letzten Jahren das Markenzeichen der dicken Außenmauer an der Ostseite hin zum Schlossgraben und zum Steinweg.
Dieser Zustand wurde in den vergangenen Wochen behoben. Zusammen mit dem Bauamt haben die Herzogenauracher Firma Zollhöfer und das Bamberger Unternehmen Starkolith das Ganze wieder so aufpoliert, dass die Herzogenauracher Störche, die seit Jahren auf dem Dach des Schlossgebäudes brüten, wieder eine malerische Brutstätte vorfinden.
Albert Geinzer vom Hochbauamt weiß ein Lied davon zu singen, was notwendig war, bis die Arbeiten jetzt abgeschlossen werden konnten und die Röttenbacher Gerüstbaufirma Dausch ihr über zehn Meter hohes Gerüst, das bis hinauf an das Dach des Schlosses gereicht hat, wieder abbauen kann.
Bevor die Bamberger Fassadenspezialisten der Firma Star-kolith mit dem Auftragen des Spezialputzes beginnen konnten, waren erst einmal umfangreiche Außenarbeiten notwendig. Hier leistete das einhemische Unternehmen Zollhöfer ganze Arbeit. Salz- und Wasserschäden am Putz, hervorgerufen durch eindringende Feuchtigkeit, mussten behoben werden; das heißt: der Putz wurde abgeschlagen und dann wurde entlang der Mauer aufgegraben. Bis in zwei Meter Tiefe wurde gebaggert. Dabei stieß man auf eine bis dato unbekannte Klär- und Sickergrube aus den 60er Jahren für die Abwässer aus den oberen Stockwerken. Folglich wurden Drainagerohre verlegt, eine Wasserableitung geschaffen und lockere Fugen vermauert.


Neue Fenster nach alten Mustern

Schließlich musste die gesamte Baustelle abgesichert werden. Nicht auszudenken, was zur Zeit der Sommerkirchweih und am Mittelalterfest bierselige Festbesucher hätten anstellen können, wenn sie das Gerüst für Kletterversuche genutzt hätten. Selbst die Störche, die inzwischen flügge und flugfähig waren, hätten keine ruhige Minute mehr gehabt. Sicherheit geht vor: Folglich wurden Aufstiegssperren am Gerüst angebracht.
Rund 500 Quadratmeter Fassadenfläche sind inzwischen in einem der Ursprungsfarbe entsprechenden Gelbton mit einem Spezialputz bearbeitet und gestrichen worden.
Gleichzeitig wurden am Dach Baumängel behoben und Giebel ausgebessert. Nach alten Mustern wurden neue Sprossenfenster angefertigt und eingesetzt und alles denkmalgerecht wieder hergestellt.
Das Ganze bedurfte einer längeren Vorlaufzeit. Schließlich musste die Genehmigung beim Landesamt für Denkmalpflege eingeholt werden. Als dann im Februar dieses Jahres die Erlaubnis mit der Nachricht der Bezuschussung kam, konnte man bei der Stadt aufatmen: Von der Städtebauförderung fließt rund die Hälfte der Kosten zurück in die städtische Kasse und das sind schätzungsweise 75 000 Euro.
Und wenn das Gerüst abgebaut ist, können Fuß- und Spaziergänger wieder ungestört den Blick auf die bestens restaurierte Mauer des Schlosses genießen.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren