Laden...
Herzogenaurach

Ohne Harz, aber mit Herz zum Derby beim "Club"

Schon am zweiten Spieltag kommt es für die Bayernliga-Handballerinnen der TS Herzogenaurach zum ersten Derby, denn am Samstag tritt das Kästl-Team beim Liga...
Artikel drucken Artikel einbetten
Schon am zweiten Spieltag kommt es für die Bayernliga-Handballerinnen der TS Herzogenaurach zum ersten Derby, denn am Samstag tritt das Kästl-Team beim Liga-Rückkehrer 1. FC Nürnberg an. Die Gastgeberinnen spielten zuletzt ein Jahr in der Landesliga, um dann jedoch mit souveränen Leistungen ins bayerische Oberhaus zurückzukehren. Auch wenn die glanzvollen Erfolge der früheren Jahre Nostalgie sind - die "Club"-Handballerinnen errangen zwischen 1961 und 2008 13 Mal den deutschen Meistertitel - , hat der Frauenhandball in der Noris einen unverändert beachtlichen Stellenwert.

1. FC Nürnberg -
TS Herzogenaurach
Über die Jahrzehnte zog der FCN ein treues Stammpublikum zu seinen Spielen in der vereinseigenen Halle am Valznerweiher, wo es akustisch richtig zur Sache geht. Dies hat dem Aufsteiger vor Wochenfrist im ersten Spiel gegen den anderen Klassenneuling HSG Freising/Neufahrn zwar nicht zum Sieg verholfen (24:26), doch Derbys sind etwas anders einzuordnen, zumal der neue Club-Trainer Tom Hankel die Herzogenauracher Mannschaft aus dem Eff-Eff kennt, ist er doch seit Jahren bei den Heimspielen der TSH auf der Tribüne anzutreffen.
Zudem hatte er zuletzt als Trainer des Regionalligisten HaSpo Bayreuth das TS-Trio Lena Mergner, Tanja Küffner und Martina Ebersberger gecoacht, kann folglich seine neue Mannschaft präzise auf den Gegner von der Aurach einstellen. Aber auch Hans-Jürgen Kästl war nicht untätig und hat sich mehrfach ein Bild vom Gegner gemacht. Wenn also zwei derart gut informierte Teams aufeinandertreffen, wird es auch darauf ankommen, wessen Strategie sich durchsetzt.
Darüber hinaus gibt es weitere Einflussgrößen: In der gewöhnungsbedürftigen Club-Halle darf kein Haftmittel wie Harz benutzt werden. Kästl kann mit der ihm von der anderen Seite zugewiesenen Favoritenrolle indes nichts anfangen. "Das Spiel gegen Ismaning hat doch gezeigt, dass wir uns - auch durch den Ausfall von wichtigen Akteuren - in einer Findungsphase bewegen. Wir brauchen noch etwas Zeit, um größere Ziele anzupeilen", sagt der TSH-Coach.
Er spricht von einer kniffligen Aufgabe, es gebe keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Stattdessen müsse sein Team mit kühlem Kopf den Erfolg anstreben. Zweifellos haben die Gäste auf die seit Jahren überragende Mittelangreiferin Alexandra Tomandel zu achten, die nicht nur die erste und zweite Welle blendend einleitet oder selbst abschließt, sondern auch im direkten Durchbruch mit raffinierten Hüftwürfen immer wieder erfolgreich ist. Zudem ist sie eine sichere Verwandlerin von Strafwürfen - auch wenn sie dabei oft regelwidrig abspringt, was von den Schiedsrichtern kaum wahrgenommen wird.


50:50-Chance kann steigen

Sandra Wild und Elena Tischner wissen ebenfalls genau, wo das generische Tor steht. Und da auch die Nebenleute beachtliche Gefahr ausstrahlen, sieht Kästl die Siegchancen für diese Begegnung bei 50:50. "Sollte es uns gelingen, die starken Gegenstöße des Gegners einzugrenzen und ihn stattdessen in ein Positionsspiel zu zwingen, steigen unsere Chancen erheblich", sagt der 54-Jährige, der in Nürnberg mit derselben Formation antreten kann, die am vergangenen Sonntag Ismaning in einem furiosen Finale deutlich bezwang.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren