Coburg
stimmung 

Oh, wie ist das schön!

Mehrere hundert Fans verfolgten beim Public Viewing im Steinweg den HSC-Triumph. Wo sonst Hits der 80er Jahre gespielt werden, gaben plötzlich noch ältere Gassenhauer den Ton an.
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So wurde selten nach einer Niederlage gefeiert - die zahlreichen Coburger Fans, die nicht den Weg nach Springe angetreten hatten, genießen den Aufstieg aus den Public-Viewing-Veranstaltungen im Feierraum und im Wohnzimmer.
So wurde selten nach einer Niederlage gefeiert - die zahlreichen Coburger Fans, die nicht den Weg nach Springe angetreten hatten, genießen den Aufstieg aus den Public-Viewing-Veranstaltungen im Feierraum und im Wohnzimmer.
oliver schmidt

Nein, die vielen Fans im "Feierraum" hatten sich nicht verhört. Nachdem in Springe 40 Spielminuten vergangen waren, stimmte eine Gruppe junger Männer das Lied an: "Bayernliga, Coburg ist dabei!" Bayernliga? Ja! Denn die der Gruppe war die A-Jugend des Vereins, die wenige Stunden zuvor ebenfalls den Aufstieg geschafft hatte. Anschließend ging es zum Feiern. Zum Public Viewing - gucken, ob es den "Großen" auch gelingt.
Die Zuversicht im "Feierraum" war von Anfang an groß. In der Veranstaltungshalle im Steinweg finden ansonsten vor allem 80er-Jahre-Partys statt. Dann erklingen zum Beispiel auch Hits der Neuen Deutschen Welle. Doch am Samstag war die Neue Coburger Handballwelle dran: tolle Stimmung, gemeinsames Mitfiebern und viele bekannte Gesichter. Gekommen waren zum Beispiel Ex-HSC-Kapitän Ronny Göhl, Narrhalla-Präsident Thomas Eck oder die treue HSC-Anhängerin und -Unterstützerin Jessica Heß (Hörgeräte Geuter).
Während die erste Halbzeit so dahin plätscherte, wurde den launigen Worten von Kommentator Thomas Apfel gelauscht. Bei der Live-Übertragung hatte er sich zunächst seinen Bruder und HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel mit ans Mikro geholt. Während der eine Apfel, nämlich der Thomas, schon früh sehr sieges- beziehungsweise aufstiegssicher war ("Ich glaube, in Coburg können schon mal die Getränke kalt gestellt werden"), stapelte der andere Apfel, der Stefan, noch tief: "Bitte noch warten!" Unabhängig davon freute er sich aber über die entfachte Euphorie: "Die ganze Stadt steht hinter dem HSC - das ist ein tolles Gefühl!"
In der zweiten Halbzeit hatte Thomas Apfel Oberbürgermeister Norbert Tessmer als Co-Kommentator an seiner Seite. Und weil ja irgendwie doch schon recht bald klar war, dass das mit dem Aufstieg klappen würde, nutzte Tessmer die Zeit, um an die Anfänge des HSC zu erinnern und an die Verdienste seines Vorgängers als OB: "Jetzt geht die Saat auf, die 2000 gelegt wurde. Norbert Kastner hat das maßgeblich vorangetrieben, auch wenn man es ihm nicht immer gedankt hat."
Aber zurück zum Spiel und in den "Feierraum": Als sich zehn Minuten vor Schluss abzeichnete, dass der HSC das Spiel wohl nicht gewinnen würde, machte sich auf einigen Sitzplätzen etwas Unmut breit. Doch da war ja noch die stimmgewaltige A-Jugend: Sie schwenkte nun um auf "1. Liga, Coburg ist dabei", und machte damit vor allem eines deutlich: Es geht heute um viel mehr als um dieses Ergebnis in Springe. Als nächstes stimmten sie deshalb "Oh, wie ist das schön" an - ein Gassenhauer, der in dieser Party-Location wohl noch nie erklungen ist.
Jubel brandet auf, als Thomas Apfel nach 56 Minuten das Aufstiegs-Trikot in die Kamera hielt. Dass der HSC mittlerweile deutlich hinten lag, interessierte da schon niemanden mehr. Mittlerweile war wieder "1. Liga, Coburg ist dabei" dran, und in den letzten Sekunden des Spiels schauten viele schon gar nicht mehr auf die Leinwand, sondern lagen sich bereits in den Armen.
Und dann: der Abpfiff. Der Jubel wurde jetzt noch lauter, und die ersten Fans hatten plötzlich schon das Aufstiegs-Shirt übergezogen. "Wo gibt's denn das?", fragte einer. "Am Eingang!" - Und wie war jetzt eigentlich das Spiel ausgegangen? Schulterzucken.
Norbert Tessmer rief derweil den Fans in der Heimat zu: "Grüße nach Coburg - lasst die Sektkorken knallen!" Das kam im "Feierraum" gut an. Doch noch beliebter als der OB ist bei den HSC-Fans Dominic Kelm. Als der Kreisläufer im Interview mit Thomas Apfel "Grüße in den Feierraum" schickte, waren die HSC-Fans begeistert. Die Party konnte beginnen.






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