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Forchheim

Ökumenische Bibelwoche in Forchheim

Forchheim — "Warum spricht Jesus nicht Klartext über das Reich Gottes?", fragte Professor Wolfgang Schoberth von der Universität Erlangen in seinem Eröffnungsvortrag zur Bibelwoche...
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Forchheim — "Warum spricht Jesus nicht Klartext über das Reich Gottes?", fragte Professor Wolfgang Schoberth von der Universität Erlangen in seinem Eröffnungsvortrag zur Bibelwoche in der Emmausgemeinde. Seine Antwort: "Jesus kann es nicht" - weil die menschliche Vorstellungskraft dafür nicht ausreiche. So spricht Jesus in der Bibel in Gleichnissen, die angesichts der Welt zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig zeigen die Gleichnisse, dass das Reich Gottes immer unsere Wirklichkeit übersteige, so Schoberth.
Am zweiten Abend in St. Martin beleuchteten Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastor Michael Michelfelder in einem Gang durch die Jahrhunderte das Verhältnis von Glauben und Politik. Ausgehend von Augustinus über Thomas von Aquin und Martin Luthers "Zwei Regimenter Lehre" bis in die Neuzeit warfen die Referenten einige Lichter auf die Geschichte des Miteinanders von Kirche und Staat unter dem Stichwort "Mein Reich ist nicht von dieser Welt".
Vielleicht überraschendstes Ergebnis war, dass die katholische Kirche in den letzten zwei Jahrhunderten die durchaus politisch engagiertere Kirche gewesen sei, etwa im Entwurf der katholischen Soziallehre oder als "Subjekt des Völkerrechts" mit Nuntiaturen (Botschaften) in vielen Teilen der Welt.
Am Mittwoch in der Kreuzkirche gaben Pfarrer Michael Krug und Pater Heinz Weierstraß (SDB) einen Überblick über verschiedene Reich-Gottes-Gleichnisse, an den sich intensive Bibelgespräche in Kleingruppen anschlossen. Diskutiert wurde das Ineinander von endzeitlichem und irdischem Reich Gottes. Wahrzunehmen waren dabei konfessionell unterschiedliche Deutungstraditionen.
Am letzten Abend luden Pastoralreferentin Beatrix Ahr, Pastoralreferent Dietmar Denzler und Pfarrer Enno Weidt zur Agape ein. Mit einem biblischen Rollenspiel, das mit herzlichem Applaus bedacht wurde, gaben die Referenten einen lebendigen Einblick in die Welt der Bibel.
Fazit der Bibelwoche: Abwechslungsreich gestaltete Abende, durchweg gute Gespräche und sehr positive Resonanz, einziger Wermutstropfen war eine geringere Beteiligung als in den Vorjahren. Stefan Ahr

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