Bamberg

OB: "Anstrengungen haben sich gelohnt"

Der Runde Tisch "Konversion ohne Nachteile für die Zivilbeschäftigten des US-Standortes" blickt in einer Pressemitteilung auf erfolgreiche Arbeit zurück: Fa...
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Der Runde Tisch "Konversion ohne Nachteile für die Zivilbeschäftigten des US-Standortes" blickt in einer Pressemitteilung auf erfolgreiche Arbeit zurück: Fast 100 Prozent der ehemaligen Beschäftigten der US-Army konnten vermittelt werden. Der Oberbürgermeister sprach von einem funktionierenden Teamwork von vielen Organisationen und Persönlichkeiten.
"Es hat sich gelohnt, von Anfang an alle Kräfte zu bündeln und dafür Sorge zu tragen, dass die ehemaligen 334 Zivilbeschäftigten der US-Army so schnell wie möglich wieder in Lohn und Brot stehen", sagt Oberbürgermeister Andreas Starke.
Das Stadtoberhaupt hatte im Dezember zum zehnten und letzten Runden Tisch "Konversion ohne Nachteile für die Zivilbeschäftigten des US-Standortes" eingeladen. Wie Brigitte Glos, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg berichtet, haben fast alle ehemaligen Zivilbeschäftigten eine neue Arbeit gefunden. "Diese Bilanz ist vorbildlich. Ich danke allen Akteuren, die dazu beigetragen haben", sagte Starke.


Erfolgreiche Kooperation

Angesichts der erfolgreichen Zusammenarbeit kamen alle Akteure ins Rathaus, darunter Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz, der stellvertretende Landrat Johann Pfister und Brigitte Glos, um Bilanz zu ziehen: Die hohe Vermittlungsquote sei der Tatsache geschuldet, dass sich Vertreter von Stadt und Landkreis Bamberg, der Agentur für Arbeit Bamberg und der Arbeitnehmervertretung der US-Beschäftigten sowie auch Vertretern von Verdi und der Kammern schon 2012 - also zwei Jahre vor der Standortschließung im September 2014 - sofort zusammengesetzt haben. Es war das ehrgeizige Ziel, einschlägige Fortbildungsprogramme zu nutzen und Vermittlungs- und Beratungsgespräche oder mögliche Praktikumsstellen in Stadt und Landkreis Bamberg auf den Weg zu bringen und damit soziale Verantwortung zu übernehmen.
So wurde beispielsweise bei der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg eine Koordinierungsstelle mit einem zentralen E-Mail-Postfach eingerichtet, bei der alle Zivilbeschäftigten mit Leistungsprofil erfasst wurden. Am 1. Oktober 2014 nahm die Refugio Transfergesellschaft mbH ihre Tätigkeit für sechs Monate in Bamberg auf mit dem Ziel, den "Trennungsprozess" zu erleichtern und gleichzeitig Lösungen und neue Perspektiven zu suchen.
Stefan Ziegmann vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit berichtet, dass insgesamt mehr als 1600 individuelle Vermittlungs- und Beratungsgespräche geführt, rund 2400 Unternehmen, Betriebe und Firmen angeschrieben und mehr als 200 Weiterbildungsmaßnahmen gefördert wurden. Neun Einstellungen konnten beim neuen Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei erreicht werden.
Die letzten 15 Bewerber erhalten weiter individuelle Betreuung durch die Agentur, sieben von ihnen werden allerdings schon bald in den Ruhestand gehen. Das Erfolgsgeheimnis der insgesamt positiven Entwicklung beruht laut Brigitte Glos auf der Tatsache, "dass alle Beteiligten sich sehr früh um die Zivilbeschäftigten gekümmert haben".


Dank der Betroffenen

Auch Eduard Mayer, der ehemalige Vorsitzende der Betriebsvertretung der Zivilbeschäftigten, zeigte sich voll des Lobs: "Ohne ihre Türöffnungsmaßnahmen hätten wir es nie geschafft. Die Stadtverwaltung hat effektiv gearbeitet und wir sind sehr dankbar. Heute gilt Bamberg deutschlandweit als Musterbeispiel in Sachen Standortschließung."
Der Runde Tisch beschäftigt sich auch mit der aktuellen Problematik bei der Beantragung des Tarifvertrags zur sozialen Sicherung der Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (kurz TaSS). Der TaSS ist eine Überbrückungsbeihilfe, mit der langjährig beschäftigte Arbeitnehmer - die betriebsbedingt entlassen worden sind - noch über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus Unterstützungsleistungen durch ihren früheren Arbeitgeber erhalten. red
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