Kulmbach

Notorischer Schläger kommt mit Bewährungsstrafe davon

von unserem Mitarbeiter  Stephan Herbert Fuchs Kulmbach — Wegen vorsätzlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht in Kulmbach einen notorischen Schläger aus Hof zu fünf Monaten au...
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von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Kulmbach — Wegen vorsätzlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht in Kulmbach einen notorischen Schläger aus Hof zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt. Grund dafür ist, dass der 22-jährige Auszubildende bereits zwei einschlägige Vorstrafen auf seinem Konto hatte. Dafür gab es nach Jugendstrafrecht allerdings nur kurzzeitige Arreststrafen.
"Wenn so etwas aber noch einmal passiert, dann sind sie gnadenlos drin", sagte Richterin Sieglinde Tettmann und meinte damit, dass bei der nächsten Kleinigkeit eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung für den Angeklagten unausweichlich sein wird.
Der junge Mann hatte am 19. September 2014 einen 17-jährigen Schüler ohne Grund und ohne Vorwarnung im Treppenhaus des Rotkreuz-Wohnheims in Kulmbach einen derart heftigen Kopfstoß verpasst, dass der Schüler eine Woche lang unter heftigen Scherzen litt und ein blaues Auge davon trug.

"Ich war ziemlich betrunken"

Er sei ziemlich betrunken gewesen und könne sich an nichts mehr erinnern, sagte der Angeklagte und räumte offen ein, dass er den jungen Mann nicht einmal kenne. Unter der Woche wohne er regelmäßig in dem Heim, weil er in Kulmbach die Berufsschule besuche.
Am Tattag habe er zusammen mit neuen Freunden gefeiert und getrunken - Bier, Wein, Schnaps, Wodka. "Eben alles, was so da war. Wir haben zusammen Party gemacht", sagte der Angeklagte. Am nächsten Tag sei er mit heftigen Kopfschmerzen aufgewacht und habe sich gleich bei dem jungen Mitbewohner entschuldigt.
Er wollte eigentlich auf sein Zimmer, da habe ihm der Angeklagte ohne Vorwarnung mit beiden Händen am Hals gepackt, gegen die Wand gedrückt und ihm eine ganz heftige Kopfnuss verpasst, sagte das Opfer. Der Angeklagte habe gelallt und geschwankt, er sei stark betrunken gewesen.
Gegenüber der Polizei hatte der Angeklagte keine Angaben gemacht, berichtete der ermittelnde Beamte. Er wusste allerdings, dass der Mann seit dem Vorfall nicht mehr im BRK-Heim wohnen durfte.
Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah die Anklage in vollem Umfang bestätigt und forderte die letztlich auch verhängte Bewährungsstrafe von fünf Monaten. Der Angeklagte sei mehrfach vorbestraft, teilweise sogar einschlägig, da reiche eine Geldstrafe auf keinen Fall mehr aus. Die Aussetzung auf Bewährung sei aufgrund einer positiven Sozialprognose aber möglich. Diese stütze sich unter anderem darauf, dass der Angeklagte eine Lehre zum Monteur begonnen hatte.
Richterin Sieglinde Tettmann sprach außerdem die Weisung aus, dass der Angeklagte hundert Stunden gemeinnützige und unentgeltliche Arbeit leisten und die Kosten des Verfahrens tragen muss. Die dürften diesmal etwas höher ausfallen, denn zum angesetzten Zeitpunkt war der 22-Jährige nicht erschienen. Die Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin die Vorführung an. Zwei Beamte holten den Mann in Hof ab und fuhren ihn nach Kulmbach, wo die Verhandlung mit rund einstündiger Verspätung begonnen hatte.
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