Höchstadt

Neues in alter Musik

Konzert  Die russisch-jüdische Sängerin Valeriya Shishkova sucht und findet in traditionellen jiddischen Liedern Parallelen zur Gegenwart.
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Valeriya Shishkova wird von Sergey Trembitskiy (l.) und Gennadiy Nepomnjaschiy begleitet. Foto: privat
Valeriya Shishkova wird von Sergey Trembitskiy (l.) und Gennadiy Nepomnjaschiy begleitet. Foto: privat
Höchstadt — Jiddische Lieder und Klezmer unter dem Motto "Mir gejen zusammen" sind am Samstag, 4. Oktober, um 20 Uhr in der Christuskirche in Höchstadt zu hören. Die Interpreten sind Valeriya Shishkova (Gesang) und "Di Vanderer" (Sergey Trembitskiy, Klavier, Flöte, und Gennadiy Nepomnjaschiy, Klarinette), teilt Konzert-Organisator Gabriel Konjaev mit.
Valeriya Shishkova gilt als eine der deutschlandweit überzeugendsten Interpretinnen jiddischer Lieder. Die zahlreichen Konzertgastspiele von Bremen bis München brachten ihr in den vergangenen Jahren große Anerkennung in Deutschland, aber auch in der internationalen Szene: sie war Preisträgerin bei der dritten International Jewish Music Competition in Amsterdam. Und das liegt an der besonderen Persönlichkeit der Sängerin, die Wärme, Empathie und innige Anteilnahme zu verschenken weiß, schreibt Konjaev in der Einladung zum Konzert in Höchstadt.
Für dieses Programm hat die russisch-jüdische Sängerin, die seit 2003 das Publikum mit jiddischen Liedern begeistert, die Lieder ausgewählt, die sie selbst emotional berühren. Und weil ihre eigenen Interpretationen so ganz auf den persönlichen Charakter der Lieder aufbauen, strahlen sie auch eine so berührende Emotionalität aus.

Zwischen Humor und Melancholie

Mit ihrer schönen, wandlungsfähigen Stimme und durch ihre so persönliche Art zu singen teilt Valeriya Shishkova ihre reiche Gefühlswelt und Freundlichkeit, den großen Reichtum ihrer Seele mit ihrem Publikum. Die beiden Instrumente von "Di Vanderer" - Klavier und Klarinette - verstärken und unterstützen ihren Auftritt.
In ihrem fröhlichen, gefühlsstarken Konzertprogramm setzten Valeriya Shishkova & "Di Vanderer" die Suche nach Neuem in schon vergessenem Altem fort. In Liedern der vergangenen Jahrhunderte finden sie Parallelen zur Gegenwart und zur modernen jiddischen Kultur. Es geht um Vertiefung und Entwicklung der osteuropäischen jüdischen Traditionen, in denen Lebensfreude und Humor, ungekünstelte Offenbarung und helle Melancholie so dicht beieinander liegen. Zu ihrem Repertoire gehören auch eigene Kompositionen nach Gedichten moderner jüdischen Autoren.
Das Duo "Di Vanderer" ist im Jahr 2007 in Dresden entstanden, als sich zwei hervorragende jüdische Musiker gefunden haben, um ihre Liebe zu ihrer eigenen Musikkultur auch in Deutschland mit Herzblut und Temperament zu leben.
Valeriya Shishkova & "Di Vanderer" haben einige gemeinsame Programme entwickelt. Als Ergebnis ihrer Zusammenarbeit veröffentlichten sie im 2010 ihre erste und im April 2012 die zweite CD.
Der Eintritt zum Konzert in der Christuskirche ist frei, Spenden werden gerne entgegengenommen. red

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