Herzogenaurach

Neuer Stammtisch wirbt für bedingungsloses Grundeinkommen

Eintausend Euro für alle, und das jeden Monat? Wer ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine Schnapsidee hält, aber auch, wer das Gegenteil denkt, war am ...
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ChristianEngelmann
ChristianEngelmann
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Eintausend Euro für alle, und das jeden Monat? Wer ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine Schnapsidee hält, aber auch, wer das Gegenteil denkt, war am Samstag zum "Stammtisch Grundeinkommen" ins Café Römmelt eingeladen. Beim ersten Treffen, das Ursula Walther und Christian Engelmann organisiert haben, war die Teilnehmerzahl noch recht überschaubar. Die beiden Initiatoren halten das Ganze allerdings durchaus für keine Schnapsidee.
Geld vom Staat für alle Bürger, und das ohne Gegenleistung. So fordern es die Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens. Eine bloße Utopie oder ein Mittel zur Rettung der modernen Gesellschaft? Unter einem bedingungslosen Grundeinkommen versteht man ein zur Existenzsicherung ausreichendes Einkommen, das alle Bürger ohne Bedarfsprüfung erhalten. Sie können dieses Einkommen natürlich durch Erwerbstätigkeit erhöhen.
Schon seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts wird immer wieder über ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert. Auch in Deutschland gibt es vermehrt Vorschläge, solch ein Grundeinkommen einzuführen. Dies würde den Menschen die Existenzangst nehmen, wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder im Alter zu verarmen. Und es würde ihnen ermöglichen, ohne finanziellen Druck bisher unbezahlte Arbeiten wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Ehrenämter auszuführen.
Der Anreiz, weiter einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachzugehen, würde dadurch kaum leiden. Denn nach Meinung von Christian Engelmann geraten die Menschen immer mehr unter Druck und gehen dementsprechend miteinander um. Das deutsche Sozialsystem gleiche gegenwärtig mit seinen über 200 verschiedenen Leistungsarten einem "undurchdringlichen Dschungel", und der Politik gelinge es damit nicht, Armut wirksam zu bekämpfen.
Darüber hinaus drohe in den kommenden Jahren durch die stark steigende Automatisierung und Digitalisierung der Verlust vieler weiterer Arbeitsplätze, erklärte Ursula Walther. Den Herausforderungen mit weiterem Wirtschaftswachstum zu begegnen, sei auch wegen der begrenzten Ressourcen und der damit verbundenen Umweltverschmutzung eigentlich nicht länger tragbar.
"Das Grundeinkommen muss von unten kommen, denn von oben kommt nichts" meint Ursula Walther. So sei das Netzwerk Grundeinkommen schon an die Gewerkschaften herangetreten, und jetzt habe sich auch der evangelische Kirchentag damit beschäftigt. "Das Grundeinkommen löst nicht alle gesellschaftlichen Probleme, macht aber vieles leichter", erklärt Ursula Walther dazu.
Das Grundeinkommen soll auch auf den Wahlzettel zur Bundestagswahl 2017. Die Ein-Thema-Partei zum bedingungslosen Grundeinkommen wirbt deshalb um die Zweitstimme, damit das Grundeinkommen im Bundestag zur Abstimmung gestellt wird. Im Raum Herzogenaurach werben die Initiatoren auf www.facebook.com/wollenimkopf/ um Unterstützung, dazu beim monatlichen Stammtisch immer am letzten Samstag des Monats um 11 Uhr im Café Römmelt.
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