Baiersdorf

Neuer Platz für 40 Asylbewerber

Raum  Das Erlanger Landratsamt hat ein leer stehendes Anwesen in der Baiersdorfer Industriestraße gemietet. Landrat Tritthart sorgt sich dennoch darum, wo die Asylbewerber künftig untergebracht werden können.
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Richtig im Grünen liegt das Anwesen für die 40 Asylsuchenden, die ab Juli nach Baiersdorf kommen. Foto: Pauline Lindner
Richtig im Grünen liegt das Anwesen für die 40 Asylsuchenden, die ab Juli nach Baiersdorf kommen. Foto: Pauline Lindner
von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Baiersdorf — Ab 1. Juli werden Asylsuchende eine Unterkunft in Baiersdorf finden. Die Angehörigen eines verstorbenen Busunternehmers haben dessen leer stehendes Wohnhaus in der Industriestraße an das Landratsamt vermietet. Das Anwesen hat rund 280 Quadratmeter Wohnfläche.
"Da pro Person sieben Quadratmeter benötigt werden, fasst das Anwesen 40 Personen. Es gibt einen Bauantrag für kleinere Umbauten, sodass für je zehn Leute ein Bad und für je acht ein Herd zur Verfügung stehen werden", teilte Anne-Maria Müller, die Leiterin der Abteilung für Umwelt und Soziales, bei einer Bürger-Informationsveranstaltung in der Jahnhalle mit.

Aufgabe des Hausmeisters

Müller weiß allerdings noch nicht, wer kommt und aus welchen Ländern die Leute stammen. Der Vermieter sorge für einen Hausmeister als Ansprechpartner, und stundenweise sei auch ein Sozialpädagoge des Landratsamts vor Ort, erläuterte Müller zu Anfragen besorgter Bürger.
Ihr Chef, Landrat Alexander Tritthart (CSU), übermittelte dort die neuesten Zahlen, wie er sie gerade beim Treffen der mittelfränkischen Landräte erhalten hat. "Die Situation verschärft sich wieder", sagte er. In der Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf mit ihren 13 Außenstellen leben derzeit 3200 Personen bei einer Kapazität von maximal 3500. Obwohl die Zahl im Mai auf 2200 gesunken war, rechnet man Anfang Juli wieder mit Vollbelegung. Da sich voraussichtlich die Zahl der Asylbewerber 2015 gegenüber 2014 auf 450 000 verdoppelt, werden rund 75 000 auf Bayern entfallen und nach der Quote für Mittelfranken in der zweiten Jahreshälfte weitere 7000 Menschen in Mittelfranken.
Für den Landkreis Erlangen-Höchstadt rechnet Tritthart mit gut 600 Personen, die zu den schon untergebrachten 500 hinzukommen werden. "Seit meinem Dienstantritt wurde noch jede Prognose nach oben korrigiert", warnte Tritthart vor. Weitere 40 Personen zogen jetzt in die Container in Buckenhof ein, ab Juli 58 weitere in Herzogenaurach und die angesprochenen 40 in Baiersdorf. Die Möglichkeiten zum Anmieten nehmen laut dem Landrat ab; zum Teil auch, weil angebotene Objekte aus Brandschutzgründen nicht angemietet werden konnten.

"Noch ganz andere Zahlen"

Angesichts der "enormen Nachfrage nach Wohnraum und Bauland" sei der Markt offenbar ziemlich leergefegt. "Wir brauchen weiterhin Unterbringungsmöglichkeiten", betonte Tritthart. Deshalb stehe auch das Container-Stellplatz-Angebot der Stadt Baiersdorf noch. "Ich erwarte für nächstes Jahr noch ganz andere Zahlen, vor allem bei den unbegleiteten Minderjährigen", fuhr Tritthart fort.
Er setzt darauf, dass "wir das Thema gemeinsam stemmen". Er dankte allen ehrenamtlich, aber auch beruflich Engagierten, insbesondere der Baiersdorfer Initiative Hand-in-Hand, die sozusagen bereitstehe.
Tritthart betonte in Anbetracht bekannter Ängste: "Die meisten Asylsuchenden sind sehr, sehr friedlich und sehr, sehr dankbar." Das bestätigte auch Ludwig Weinkam, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Erlangen-Land in Uttenreuth. "Aus polizeilicher Sicht gibt es keine Auffälligkeiten, keine Unterschiede zu den Unterkünften Deutscher."

"Wichtigstes Thema"

Baiersdorfs Bürgermeister Andreas Galster (CSU) ist sich sicher, dass das Thema Asyl in den kommenden Jahren "eines der wichtigsten Themen in der Kommunalpolitik" bleiben werde
Dabei denkt er auch an die Menschen, die Asyl oder ein Bleiberecht erhalten haben und somit ganz gewöhnliche Wohnungssuchende sind. Galster erwartet, dass diese Menschen mindestens ein Jahrzehnt im hier in Deutschland bleiben werden.


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