Katschenreuth

Neuer Kommandant dringend gesucht

Die Feuerwehr Katschenreuth ist eine aktive Löschgruppe. Sie zählt 227 Mitglieder und 53 Aktive, davon 16 Frauen. Außerdem hat sich eine zwölfköpfige Kinder...
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Zwei Ehrenkreuze in Gold konnte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Katschenreuth überreichen. Unser Bild zeigt (von links) Vorsitzenden Erwin Lauterbach, Bürgermeister Stefan Schaffranek, die Geehrten Michael Schott und Kommandant Werner Sattler sowie Jörg Kunstmann. Foto: Sonja Adam
Zwei Ehrenkreuze in Gold konnte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Katschenreuth überreichen. Unser Bild zeigt (von links) Vorsitzenden Erwin Lauterbach, Bürgermeister Stefan Schaffranek, die Geehrten Michael Schott und Kommandant Werner Sattler sowie Jörg Kunstmann. Foto: Sonja Adam
Die Feuerwehr Katschenreuth ist eine aktive Löschgruppe. Sie zählt 227 Mitglieder und 53 Aktive, davon 16 Frauen. Außerdem hat sich eine zwölfköpfige Kinderwehr etabliert. Und doch wurde die Hauptversammlung von einem Wermutstropfen getrübt: Obwohl Kommandant Werner Sattler bereits vor sechs Jahren angekündigt hatte, dass seine dritte Wahlperiode die letzte sei, wurde trotz zermürbender Suche bislang kein Nachfolger gefunden. "Wir haben eineinhalb Jahre nach einem neuen Kommandanten gesucht, und es wäre gut, wenn sich noch einer finden würde", sagte Vorsitzender Erwin Lauterbach. Doch auch in der Versammlung war niemand bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.
"Kommandant zu sein, ist kein Hexenwerk", erklärte Petra Arnold von der Stadt Kulmbach, die die Wahl leitete. Die Fachfrau für Feuerwehren schlug vor, ohne Namensnennung einen Kommandanten zu wählen. "Wenn derjenige dann die Wahl nicht annimmt, muss innerhalb der nächsten drei Monate neu gewählt werden. Wenn dann wieder niemand ausfindig gemacht werden kann, dann muss ein Kommandant von der Stadt Kulmbach bestellt werden, und derjenige muss das Amt dann auf unbestimmte Zeit übernehmen - oder man löst die Feuerwehr Katschenreuth auf und gliedert sie in eine andere Wehr ein, beispielsweise in die Melkendorfer", schlug Arnold vor.
So weit wollten es die Feuerwehrmitglieder dann doch nicht kommen lassen. "Aus Freundschaft zu Erwin Lauterbach erkläre ich mich bereit, noch eine Wahlperiode dranzuhängen. Aber dann ist Schluss", sagte Werner Sattler. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er enttäuscht vom Nachwuchs ist, dass gar keiner bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Mit 20 von 24 Stimmen - drei waren ungültig - wurde Werner Sattler schließlich wiedergewählt. Sein Stellvertreter bleibt Bernd Beierlein.


"Die schlechteste Lösung"

"Das ist die schlechteste Lösung, die wir finden konnten", konstatierte der Vorsitzende. Denn in sechs Jahren wird nicht nur das Amt des Kommandanten neu zu besetzen sein, sondern auch Erwin Lauterbach hat angekündigt, dass diese Wahlperiode definitiv seine letzte ist. "Dann hört mit einem Schlag die ganze Führung auf", so Lauterbach.
"Ich rutsche dann in sechs Jahren nach", versprach seine Stellvertreterin Nadja Herold.
Werner Sattler gab dem Nachwuchs dann noch einmal mit auf den Weg, dass ein Kommandantenposten zu stemmen ist. "Er ist für die Aktiven verantwortlich, erstellt den Dienstplan, organisiert Schulungsabende und ist im Ernstfall Einsatzleiter im Dienstbereich. Man bekommt einen viertägigen Lehrgang an der Feuerwehrschule. Das ist zu schaffen", warb Sattler für das Amt. Und übrigens könne auch eine Frau diesen Posten übernehmen.
Insgesamt hatte die Wehr ein ruhiges Jahr hinter sich. Ausnahmen waren laut Sattler die Mithilfe bei den Löscharbeiten am Kulmbacher Paul-Gerhardt-Kindergarten, ein Verkehrsunfall bei der Kompostieranlage mit einem Toten, eine Wohnungsöffnung und ein Unfall auf der Staatsstraße 2190. Auch drei Übungen wurden durchgeführt und 1877 Stunden Arbeit geleistet. "Das war etwas weniger als im Vorjahr", so Sattler.


Gehörschutz beantragt

Heuer gibt es keine Material-wünsche, auch wenn das TSF bereits 18 Jahre alt ist. Lediglich Horst Wettermann hatte ein Anliegen auf dem Herzen. Denn als Maschinist war er stundenlang ohne Gehörschutz beim Kindergartenbrand im Einsatz - und hatte noch Tage nach dem Einsatz Ohrengeräusche. "Es wäre schön, wenn wir Maschinisten Ohrenschutz mit Funkverbindung bekommen könnten", beantragte er und stieß bei den anwesenden Stadträten auf Verständnis.
Nicole Schmalfuß ließ die Aktivitäten der Kinderwehr Revue passieren und freute sich, dass die ersten Nachwuchskräfte jetzt in eine Jugendwehr wechseln können. Auch finanziell steht die FFW Katschenreuth auf einem soliden Fundament, wie Kassierer Jakob Mattern aufzeigte. Wie schon in den Vorjahren beschloss die Versammlung, zehn Prozent des Gewinns den Rücklagen zuzuführen. Außerdem will die Feuerwehr den Erlös der Maibaumaufstellung für einen Defibrillator am BRK-Haus in Katschenreuth investieren. Allerdings müssen die anderen Vereine noch zustimmen.


Ehrenkreuze in Gold überreicht

Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann überreichte dann Werner Sattler und Michael Schott das Ehrenkreuz in Gold für 40 Jahre Dienst.
"Die Katschenreuther Wehr ist eine, die hundertprozentig funktioniert", lobte Bürgermeister Stefan Schaffranek. Die Stadt Kulmbach gebe im kommenden Jahr 723 000 Euro für die Wehren aus. Insgesamt gebe es im Landkreis 3028 Aktive. Auch Stadtrat Horst Zahr, Ingo Lehmann und Kreisbrandmeister Jürgen Hochgesang würdigten die Leistungen.
Eine Neuerung wird es heuer bei der Feuerwehr Katschenreuth noch geben: Erika Fichtner betreut nach 20 Jahren die Gastronomie nicht mehr, dies wollen nun Nachwuchsmitglieder der Wehr abwechselnd übernehmen. Sonja Adam
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