Eggolsheim
e-Mobilität 

Neue Tankstellen für Elektroautos

Im Landkreis Forchheim soll es mehr Ladesäulen für Elektroautos geben. Ganz konkret könnten diese Pläne bald in Eggolsheim werden. Dort sind mehrere Standorte für Ladestationen im Gespräch.
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Elektroautos an einer Ladestation. E-Autos sind hierzulande seltener als Oldtimer. Daher soll der Staat wieder eingreifen.  Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Elektroautos an einer Ladestation. E-Autos sind hierzulande seltener als Oldtimer. Daher soll der Staat wieder eingreifen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Pauline Lindner

Das Ausbaukonzept des Landkreises für Stromstankstellen wird in Eggolsheim konkret. Dominik Bigge, der Klimaschutzmanager im Landratsamat, stellte dem Marktgemeinderat neun potenzielle Standorte im Gemeindegebiet vor. Die Standorte mit ihren Vor- und Nachteilen wurden ebenso erläutert wie die Kosten und Fördermöglichkeiten im Bereich der E-Ladesäulen.
Zusammen mit den Bürgermeistern sind diese Möglichkeiten der Aufstellung erarbeitet worden. Wesentliche Kriterien waren dabei die Nähe zu Einrichtungen, die der Bürger häufiger aufsucht und in denen er sich meist länger aufhält.


Pausen nutzen

Dort soll er in Zukunft die Möglichkeit haben, die Standzeit zum Laden zu nutzen. Denn die geringe Reichweite von Elektroautos soll ein Grund sein, weshalb sich ihre Verbreitung nur langsam durchsetzt, obwohl sie - was Lärm und Emissionen angeht - Verbrennungsmotoren haushoch überlegen sind.
Das Konzept des Landkreises geht dabei davon aus, dass an 80 Prozent der Fahrttage ein Auto weniger als 40 Kilometer bewegt wird. Solche alltäglichen Strecken wären durch ein dichteres Netz an Stromtankstellen leicht zu bewältigen.
Für Eggolsheim haben sich neun Standorte herauskristallisiert, die größtenteils auf öffentlichem Grund liegen und gut erschließbar sind beziehungsweise unmittelbar ans Stromnetz angeschlossen werden können. Im Ortskern wurden die Parkbuchten bei der alten Schule schräg gegenüber dem Rathaus aufgelistet, weil hier viele Kunden von Geschäften und Besucher der Verwaltung parken. Nachrangig ist auch eine Tankstelle in der Hartmannstraße genannt, also am südlichen Rand des markanten Dorfangers, in etwa auf Höhe der Kirche. Besucher der evangelischen Kirche, des Kindergartens, des Friedhofs oder des Caritas-Wohnheims könnten auf dem Parkplatz des Kindergartens nachtanken. Besonders lange Standzeiten dürften die Autos der Pendler haben, die in Bahnhofsnähe abgestellt sind. Deshalb soll hier im Zuge der Dorferneuerung eine Stromtankstelle entstehen. Ähnliches gilt für das Lindner-Gelände unweit davon.


Alltägliches verbinden

Tanken und Einkaufen geht schon heute oft zusammen. Das soll auch für Stromtankstellen gelten. Deshalb wurden als weitere Standorte der Parkplatz der Edeka in der Nähe des Hirtentors und der Parkplatz der Firma Lidl in Neuses ausgewählt. Weiter ist ein Standort an der Schule und an der Jägersburg für Veranstaltungsbesucher vorgesehen.
Die Stadtwerke Forchheim sind im Landkreis mit der Errichtung und dem Service für Stromtankstellen beauftragt. Sie gehören mit vielen anderen nordbayerischen Kommunen dem Ladeverbund Franken+ an, der sich ein immer dichteres Stromtankstellennetz auf die Fahnen geschrieben hat.
"Diskriminierungsfreies Tanken", nennt Christian Wenning das verwendete System zur Abrechnung. Mittels QR-Code oder Kurznachricht übers Handy kann jeder Elektroautobesitzer dort tanken; die Abrechnung erfolgt über die Telefonrechnung.
Ziel der Vorstellung war es, eine Entscheidungsgrundlage für den Marktgemeinderat zu schaffen, um für das Jahr 2017 eine landkreisweite Sammelbestellung zu organisieren. Für die Marktgemeinderäte sind noch folgende Fragen offen: Ist der Nutzfaktor der bisher vorgeschlagenen Ladeplätze ausgereizt? Wäre eine Sammelladestation beispielsweise an der Eggerbach-Halle sinnvoll? Wäre ein Energieanbieter wie die Naturstrom AG, die sich in Neuses ansiedelt, bereit, Ladesäulen inklusive des laufenden Unterhalts zu übernehmen? Klar ist: Das Thema wird weiter verfolgt.

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