Bamberg

Neue Räume für Kultur

Konzepte  Wird aus der ehemaligen Reithalle ein Konzertsaal? Der Bereich der historischen Lagarde-Kaserne nimmt bei den Überlegungen der Stadt eine zentrale Rolle ein.
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Bamberg — "Das Kontaktfestival hat gezeigt, was auf dem Konversionsgelände möglich ist". Dies betonte jetzt Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in einem Gespräch mit Vertretern des Kulturprojektteams "Kontakt". Es habe ihm imponiert, mit welcher Leidenschaft die Veranstaltung organisiert und durchgeführt worden war, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Rathaus.
Das Kontaktfestival fand bereits zum 11. Mal statt. "Jedes Mal sei in den vergangenen Jahren ein neuer spannender Ort gesucht und gefunden worden", erklärte Michael Schmitt vom Organisationsteam des Kulturprojekts. Die Lagarde-Kaserne auf dem Konversionsgelände sei jedoch ein "besonderer Glücksfall" gewesen. Man habe dort einen Meilenstein gesetzt, und dies noch dazu "komplett ehrenamtlich", so Schmitt. Seiner Ansicht nach ist das Gelände "ideal als Nutzung für Kunst- und Kultur". Starke dankte den Veranstaltern des Festivals ausdrücklich für "das große Engagement".

Pionierarbeit leisten

Rund 20 000 Besucher hätten sich beim Kontaktfestival auf den Weg "raus in die Stadt" gemacht. Dabei wurden auch völlig neue Räume und Plätze erschlossen. Der Stadt Bamberg bot Schmitt an, das man auch für die Zukunft an einer Konzeption für die Kulturförderung auf dem Konversionsgelände mitwirken wolle: "Wir sind bereit, Pionierarbeit zu leisten, wenn die Tore offen sind."
Die Bewältigung der anstehenden Konversion der amerikanischen Warner Barracks ist eine Aufgabe, die Bamberg sicherlich die kommenden 20 Jahre beschäftigt und bildet zudem eine Schlüsselrolle für die Zukunftsfähigkeit der Stadt, so die städtische Pressestelle. Einen ganz besonderen Status nehme der Bereich der historischen Lagarde-Kaserne ein. Es sei das Ziel der Stadt, dort ein Zentrum für Kunst- und Kultur zu schaffen - was mit dem Beschluss des Rahmenplans am 30. Juni durch den Konversionssenat auch bestätigt worden sei.
Für die Reithalle wurde eine mögliche zukünftige Nutzung als Konzertsaal angedacht. Dies könne auch eine Initialzündung sein, um Kultur dort anzusiedeln. Die denkmalgeschützte Halle wurde 1890 als Exerzierhalle der damaligen Infanteriekaserne erbaut und später als Reithalle genutzt. Es handelt sich um eine eingeschossige Halle mit Satteldach, Sandsteinsockel und Backsteinmauerwerk und einer Grundfläche von ca. 1350 Quadratmetern.
Doch nicht nur feste, institutionalisierte Nutzungen brächten die Stadtteilentwicklung voran, so Felix Forsbach vom "Künstlerkollektiv Inge": "Manchmal sind es gerade die temporären Nutzungen, die ein Gebiet entwickeln". Darum fordere man ein besseres Leerstandsmanagement in der Stadt, um Räume besser zwischennutzen zu können. Oberbürgermeister Starke sicherte die Unterstützung der Stadt Bamberg dafür zu. red

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