Zedersitz
schaden 

Nessie und der Biber

Ein Nager hat sich in einigen Nacht- und Nebeleinsätzen an den Brettern der Zedersitzer Kneippanlage zu schaffen gemacht.
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Biberberater Hans-Joachim Küfner wundert sich über den seltsamen Verbiss an der Kneippanlage.
Biberberater Hans-Joachim Küfner wundert sich über den seltsamen Verbiss an der Kneippanlage.
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Nessie, das Maskottchen der Zedersitzer Kneippanlage hat Konkurrenz bekommen. Seit einigen Wochen kommt der Biber zu Besuch, in mehreren Nachteinsätzen hat er die Holzbretter in der Kneippanlage durchgenagt. "Kurios" nennt Biberberater Hans-Joachim Küfner den Fall. Die Bissspuren deuten zwar auf den Biber hin, aber Küfner gibt zu: "In dieser Form habe ich das noch nie gesehen."
Es sei ganz und gar untypisch, dass ein Biber Bretter anknabbert, normalerweise bevorzugen die bis zu 30 Kilogramm schweren Nagetiere natürliche Weichhölzer, sowohl als Nahrung als auch zum Dammbau. Davon gibt es entlang des Schwalbach reichlich, denn das naturbelassene Gewässer ist von Weiden gesäumt. Küfner zufolge wäre das ein perfektes Biotop für den Biber. Der allerdings sieht das anders. An den nahrhaften Weidenzweigen bachabwärts hat er nur wenige Spuren hinterlassen. Zielstrebig scheint er nachts weite Strecken zurückzulegen, um die Kneipanlagen-Bretter zu beseitigen. Anscheinend sind sie ihm im Weg.
"Es könnte sich um einen Jungbiber auf Wanderschaft handeln", vermutet Biberberater Küfner, denn die Tiere verstoßen ihren Nachwuchs, wenn er zwei bis drei Jahre alt ist. Biber sind sehr territorial, daher müssen sich die Halbstarken ein neues Zuhause suchen. Wo sich der Zedersitzer Biber künftig niederlassen wird, weiß wohl nicht einmal er selbst.


Anwohner nehmen es mit Humor

Küfner jedenfalls lobt das Verhalten der Anwohner, denn anstelle sich über den Schaden zu pikieren, haben sie kurzerhand eine Attraktion daraus gemacht. "Ich war hier" steht auf dem Foto eines Bibers, das an der Kneippanlage hängt. Gabi Popp, Vorsitzende des Zedersitzer Vereins Kneippenputzer sagt: "Wir sind tierlieb und freuen uns über den Besuch." Allerdings ist sie besorgt, dass der Schaden zunehmen wird. Biberberater Küfner empfiehlt zur Prävention die Holzbretter mit Draht zu überziehen.
Alexander Kusche, zuständig für Naturschutz, Wasserrecht und Landschaftspflege am Landratsamt Kulmbach, wundert sich ebenfalls über den seltsamen Verbiss an der Kneippanlage. Er gibt noch einen anderen Ratschlag: nämlich Nessie in den Bach zu setzen. Das große, blaue Ungeheuer auf dem Surfboard sei geradezu ideal, um dem Biber einen gehörigen Schrecken einzujagen.
Jedoch überlegen die Kneippenputzer, das altersschwache Nessie dieses Jahr in der Scheune zu lassen. Die Haut des Ungeheuers, eine dünne Plane, ist von der Sonne brüchig geworden und bedarf dringend einer Sanierung. Das ist gar nicht so einfach, bedenkt man, dass das neue Material UV-beständig, wasserfest und sogar transparent sein muss - Nessie trägt eine Lichterkette im Inneren. Die aktuelle Nessie-Hülle hat viel Arbeit gemacht, die Männer des Kneippenputzervereins haben sie aus Einzelstücken per Hand genäht. Ob sich Nessie und der Biber dieses Jahr noch begegnen oder, ob der Biber zum alleinigen Maskottchen der Kneippanlage wird, wird sich zeigen.
Herzlich lädt der Kneippenputzerverein interessierte Tier- und Kneippfreunde ein, vorbeizukommen und sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Das alljährliche Kneippfest findet am heutigen Donnrstag ab 10 Uhr vormittags statt. Auftakt ist ein Weißwurstfrühschoppen, später gibt es unter anderem Kaffee und Kuchen.

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