Lichtenfels

Navi statt Landkarte

Tagung  Ohne verlässliche Geodaten geht in den Kommunen nichts.
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Haben längst die Karten der Geodäten abgelöst: Navi-Systeme.  Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Haben längst die Karten der Geodäten abgelöst: Navi-Systeme.  Foto: Bernd Weißbrod/dpa
von unserem Mitarbeiter Alfred Thieret

Lichtenfels — Der DVW-Bayern - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement - hielt seine alle zwei Jahre stattfindende Fachtagung im Lichtenfelser Stadtschloss ab. Gemäß dem Motto "Stadt-Land-Partnerschaften" stand ein Vortrag des Ratsvorsitzenden der Europäischen Metropolregion Nürnberg und Landrat des Landkreises Nürnberg-Land, Armin Kroder, im Mittelpunkt.
Der Vorsitzende des DVW-Bayern, Franz Schlosser, betonte, dass die Ingenieure und Geodäten eine Vielzahl von unabdingbaren Leistungen sowohl für die städtischen als auch die ländlichen Regionen im Hinblick auf ein funktionierendes Gemeinwesen vollbringen würden. Dabei nannte er verlässliche Kataster- und Geodaten, Ingenieurvermessung, nachhaltige Entwicklung und Dorferneuerung, integrierte ländliche Entwicklung sowie neuerdings "schnelles Internet" für Stadt und Land. Geodäten würden das Eigentum an Grund und Boden sichern und die Grundlagen für jede Planung, jede Baumaßnahme, für die Daseinsvorsorge und mittlerweile für jede Fahrt und jede Reise schaffen. Sei man früher mit Kartenwerken unterwegs gewesen, so seien heute Navi und Routenplaner unerlässlich, gefüllt mit Geo-Daten der Geodäten.

Geografischer Raumbezug

Der Landratstellvertreter Helmut Fischer (CSU) und Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) nahmen beide Bezug auf das Geoinformationssystem (GIS), dass der Landkreis und die Städte und Gemeinden seit Jahren nutzen würden, schließlich hätten viele kommunale Entscheidungen einen geografischen Raumbezug.
Armin Kroder betonte in seinem Vortrag, dass in den zehn Jahren des Bestehens der Europäischen Metropolregion Nürnberg einiges passiert sei. In dieser kurzen Zeit sei die Metropolregion stark gewachsen und bestehe mittlerweile aus 23 Landkreisen und elf kreisfreien Städten und umschließe damit geografisch Mittelfranken, Oberfranken, Teile von Unterfranken, die Hälfte der Oberpfalz und sogar Sonneberg in Thüringen. Bedauernd stellte er fest, dass Würzburg nicht mehr der Metropolregion angehört. Auf einer Fläche von 21 000 km² würden 3,6 Millionen Menschen leben und das Bruttoinlandsprodukt betrage über 110 Milliarden Euro, was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stelle.
Eine zentrale Herausforderung sah er in der Vereinbarung von Beruf und Familie. Mit dem Mitmachnetzwerk "Allianz pro Fachkräfte" wolle man vor allem dem Fachkräftemangel entgegenwirken und junge kreative Nachwuchskräfte in die Region locken. Armin Kroder verglich die Organisationsstruktur mit einem Segelschiff. Ein Segel bilde der Rat der Metropolregion, dem er vorstehe und in dem 57 Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte vertreten seien. Das zweite Segel bilde der Förderverein Wirtschaft für die Europäische Metropolregion Nürnberg, in dem sich bisher 136 Unternehmen für die Region engagieren. Der Steuerungskreis mit je drei Vertretern des Rats und des Fördervereins als Vorstand übernehme als Mast des Schiffes wichtige Lenkungsfunktionen. Den Rumpf des Schiffes würden sieben Fachforen darstellen, in denen etwa 400 Experten aus der gesamten Metropolregion zusammenarbeiten, die sich um die Themen Wirtschaft und Infrastruktur, Wissenschaft, Verkehr und Planung, Kultur, Sport, Tourismus sowie Marketing kümmerten.
Ein wesentliches Projekt sei auch der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), dem der Landkreis Lichtenfels seit 1. Januar angehört. "Wir greifen nicht Themen auf, die uns trennen, sondern solche, die uns verbinden und wir wollen gemeinsam Werbung betreiben, um die Europäische Metropolregion Nürnberg als Marke zu etablieren", unterstrich Armin Kroder abschließend.

Auszeichnung zum Schluss

Schließlich zeichnete der Vorsitzende Franz Schlosser mit Gert Karner aus München ein langjähriges Vorstandsmitglied des DVW-Bayern für seine vielfältigen Verdienste mit der Verdienstmedaille aus. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Schlagzeugerin Vivi Vassileva.
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