Kulmbach
Landschaft 

Naturschutz geht durch den Magen

Der Biotopverbund BayernNetzNatur feiert Jubiläum. Auch in der Region werden in Zusammenarbeit mit der Initiative regelmäßig große Projekte umgesetzt - von historischen Hecken bis zu würzigem Weiderind.
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Projekt "Weidewelt": Rinder im fränkischen Aurach.  Foto: BayernNetzNatur
Projekt "Weidewelt": Rinder im fränkischen Aurach. Foto: BayernNetzNatur
Anna-Lena Deuerling

Was macht eigentlich ein Biotop-Verbund? Das BayernNetzNatur kümmert sich seit mittlerweile 30 Jahren um großflächige Naturschutzprojekte, die Flora und Fauna im Freistaat erhalten sollen. Die Initiative will die enge Zusammenarbeit bayernweiter Biotope fördern und damit zum Beispiel den Austausch von Tieren und Pflanzen vorantreiben. Dafür bringt man alle Stellen, die dazu beitragen können, zusammen und versucht, diese bestmöglich in der Arbeit zu unterstützen.


Naturschutz in Kulmbach

Einer dieser Akteure ist der Landkreis Kulmbach. Karin Meißner von der Naturschutzbehörde im Landratsamt Kulmbach arbeitet schon seit Jahren regelmäßig mit dem Verbund zusammen. Dabei gehe es vor allem um flächenmäßig sehr große Projekte, die auch überregional von Bedeutung sind.
"Der Biotop-Verbund hat sich in den vergangenen 30 Jahren gut entwickelt", erklärt sie. Bei der Umsetzung der Projekte übernehme das BayerNetzNatur vor allem eine beratende Funktion und stehe in vielen Angelegenheiten unterstützend zur Seite.
Finanziert werden die Projekte unter anderem durch den bayrischen Naturschutzfonds. "Gerade bei der Antragsstellung kann das BayernNetzNatur mit fachlichem Hintergrundwissen unter die Arme greifen", so Meißner.
Anlässlich des Jubiläums hat das Umweltministerium eine Broschüre mit ausgewählten Naturschutzprojekten herausgebracht. Die zeigt die Vielfalt der Projekte, von Münchner Weiden bis zu fränkischen Wäldern. In unserer Region wurden bisher sechs Projekte umgesetzt, die über die Landkreisgrenzen hinaus einen Beitrag zum Naturschutz leisten.


Vorzeigeprojekt Stadtsteinach

Ein Vorzeigeprojekt für den Landkreis ist das "Heckengebiet Bergfeld bei Stadtsteinach", das sich den Erhalt einer historischen Heckenlandschaft als Ziel gesetzt hat. Dafür pflegt man auf 560 Hektar über 40 Kilometer Hecken und angrenzende Trockenlebensräume.
"Trocken" mag für einige die richtige Bezeichnung für das Thema sein. Allerdings darf man die ökologische Bedeutung dieses Bergfelds nicht unterschätzen. Es bietet Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Für Karin Meißer hat die Zusammenarbeit mit dem BayernNetzNatur auch nach Projektende positive Effekte. "Auf diese Vorzeigeprojekte kann man sich fachlich berufen und interne Folgeprojekte gut drauf aufbauen."
Ein weiteres Projekt heißt simpel "Frankenwaldtäler". Dort hat man sich die Erhaltung der Bergwiesen des Frankenwaldes auf die Fahne geschrieben. Seit 2009 erwirbt das Projektteam aufgeforstete Flächen, standortfremde Fichten werden dann gerodet.


Regionale Lebensmittel

Und wer mit Hecken und Bergwiesen nicht so viel anfangen kann, kommt beim Thema Weidewelt sicher auf seine Kosten. Die Verantwortlichen des Projekts "Weidewelt - Vieh(l)falt im Frankenwald" ziehen am gleichen Strang wie die Projektgruppe "Frankenwaldtäler". Man stellt aber vor allem die robusten Rinderrassen in den Mittelpunkt, die auf den fränkischen Weiden zuhause und später auch auf unseren Tellern zu finden sind. Denn auch Naturschutz geht durch den Magen.
Die Grundprinzipien des Verbunds sind nach eigenen Aussagen Freiwilligkeit und Kooperation. Freiwilliges Engagement wird belohnt und Kooperation bedeute vor allem: alle ziehen an einem Strang.
Das bestätigt auch Karin Meißner. "Alle Beteiligten und Betroffenen werden in die Projekte des BayernNetzNatur gut einbezogen", erklärt sie.
Und die Akteure sind ebenso vielfältig wie die Projekte. Vor allem arbeiten aber Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände, Landkreise, Städte, Gemeinden und eine Vielzahl weiterer Akteure aus Land- und Forstwirtschaft zusammen.

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