Beiersdorf bei Coburg

Musiker gingen ihren eigenen Weg

jubiläum  Vom 15. bis zum 17. Mai feiert der Musikverein Beiersdorf seinen 30. Geburtstag. Höhepunkt ist das Kreismusikfest am Sonntag. Eigentlich führen die Wurzeln des Vereins sogar bis ins Jahr 1953 zurück.
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Das Bild aus dem Vereinsarchiv zeigt die Beiersdorfer Musiker bei einem Umzug 1958. Foto: privat
Das Bild aus dem Vereinsarchiv zeigt die Beiersdorfer Musiker bei einem Umzug 1958. Foto: privat
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von unserer Mitarbeiterin Katja Nauer

Coburg — 1985 wurde er offiziell aus der Taufe gehoben: Rund 15 Gründungsmitglieder setzten sich das ehrgeizige Ziel, ihr ganzes Tun und Wirken auf die Blasmusik zu konzentrieren. Sie trennten sich von ihrem bisherigen Verein, dem Turn- und Sportverein Beiersdorf, und gründeten den Musikverein Beiersdorf. "Unter den Fittichen eines Sportvereins konnten wir uns musikalisch nicht mehr weiterentwickeln", erklärt Ronald Friedrich, der Vorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, der damals Teil der schon beinah konspirativen "Führungsclique" war, die die damalige TSV-Vereinsführung "taktisch und strategisch mit der Selbständigkeit überrollten".

Start war nicht einfach

"Das war nicht einfach", sagt Friedrich, und sei damals auch nicht gerne gesehen worden, weil damit natürlich auch die durch die Musikanten eingespielten Einnahmen weggefallen seien. Stephanie Kramer, die Vorsitzende des Musikvereins, erinnert sich an die finanziellen Folgen: "Wir mussten die Musikanlage und die Instrumente ablösen", erläutert sie.
Bereits im Jahr 1953 fanden sich Musiker unter dem Dach des TSV Beiersdorf als Turnerspielmannszug zusammen. Als in den 1980er Jahren immer mehr auswärtige Musiker dazu kamen und die Mitglieder sich musikalisch weiterentwickeln wollten, fiel der Entschluss für den eigenen Verein.
Mit Dietmar Luther, einem hauptberuflichen Musiklehrer, der an verschiedenen Musikschulen lehrt, übernahm 1992 ein versierter Dirigent das Orchester. Im gleichen Jahr stellte die Stadt dem Verein in der "alten Schule einen schalldichten Raum für die Proben zur Verfügung. "Das war klasse", sagt Stephanie Kramer. Vorher trafen sich die Musiker im ehemaligen TSV-Sportheim, das später abgerissen wurde, danach im "Schwarzen Bären" und zuletzt in der Rudolf-Steiner-Schule. Mit der "alten Schule" im Akazienweg hatte der Verein endlich sein Domizil gefunden, in dem auch heute noch fleißig für die vielen Auftritte geübt wird.
"Unser Ziel war es, richtig gute Blasmusik zu machen", erklärt die Vorsitzende, "unsere jugendlichen Musiker waren ehrgeizig und wollten etwas Anständiges auf die Beine stellen." Und so entwickelte der Verein seine Vielfältigkeit permanent weiter. "Die Bandbreite ist unser Aushängeschild", erklärt Stephanie Kramer. Die mehr als 40 Musiker des Orchesters haben alles rund um die Blasmusik "drauf": Von volkstümlichen Musikstücken über Polka, Swing bis hin zur Big Band. Konzertreisen führten die Mitglieder bereits in die Partnerstädte in Belgien, Südtirol und Kanada sowie zu Musikfestivals in Spanien und Österreich. Dass sie mehr als nur Folklore können, bewies der Musikverein auch in einem fulminanten Konzert mit dem Profimusiker und Posaunisten Joe Wulf und seiner Band "The Gentlemen of Swing". Am 11. Oktober präsentierte Kramer mit ihrem Orchester im Kongresshaus, dass Blasmusik und New-Orleans-Jazz perfekt miteinander harmonieren können. Das Konzert lief so gut, dass sich die Coburger Sommeroperette bei Kramer meldete. Ergebnis: Am 23. August treffen Joe Wulf und seine Band bei einer Matinée auf der Waldbühne in Heldritt erneut mit dem Musikverein auf.
Doch zuerst werde natürlich der Geburtstag des Vereins ausführlich gefeiert, erzählt Stephanie Kramer. Außer einer Tanzparty am Freitag und dem Kreismusikfest am Sonntag ist auch am Samstag ordentlich was los: Ab 19 Uhr findet im Saal der Rudolf-Steiner-Schule ein ganz besonderer Konzertabend statt, verspricht Kramer. Das Kreisorchester des Nordbayerischen Musikbundes übernimmt mit seiner "böhmischen Besetzung" die traditionelle Blasmusik. "Dabei dürfen die Klassiker und Ohrwürmer der böhmischen Blasmusik nicht fehlen", betonen Kramer und Friedrich.

Keine Bierzeltmusik

Der Musikverein Beiersdorf spielt konzertante Blasmusik mit Potpourris und Konzertstücken. Mit moderne Rhythmen wartet die Big-Band des Vereins auf. "An diesem Abend präsentieren wir die ganze Palette unserer Vielfältigkeit", erläutert Kramer und hofft, dass sie damit junge Nachwuchsmusiker für ihren Verein begeistern und gleichzeitig mit einem Vorurteil aufräumen kann: "Wir spielen keine Bierzeltmusik."
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