Lichtenfels
Konzert 

Musik überwindet Sprachbarrieren

Das Bläserorchester des Konservatoriums der Lichtenfelser Partnerstadt Cournon und der heimische Fanfarenzug spielten sich in die Herzen der Zuhörer. Schließlich zog sogar eine Polonaise durch die Aula des Gymnasiums.
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Das Bläserorchester des Konservatoriums Cournon erfreute mit einem bunten Strauß anspruchsvoller Melodien. Fotos: Gerda Völk
Das Bläserorchester des Konservatoriums Cournon erfreute mit einem bunten Strauß anspruchsvoller Melodien. Fotos: Gerda Völk
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Ein bunter Strauß abwechslungsreicher Melodien begeisterte am Freitagabend beim Konzert der Batterie Fanfare und des Fanfarenzugs Lichtenfels in der Aula des Meranier- Gymnasiums. Das Bläserorchester des Konservatoriums Cournon genießt weit über die Auvergne hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Davon konnten sich auch die zahlreichen Besucher überzeugen.
Den rund 60 Musikern unter der Leitung von Didier Martin gelang es ziemlich schnell, die Herzen des Lichtenfelser Publikums zu erobern. Gleiches kann auch für den Auftritt des Fanfarenzugs gelten, der auf ausdrücklichen Wunsch der Franzosen geschah. Man wollte beim Besuch anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Lichtenfels und Cournon mit einer vergleichbaren Bläserformation aus Lichtenfels zusammenspielen.


Ein Amboss für die Polka

Das abwechslungsreiche Programm beider Formationen bewies einmal mehr, dass Musik alle Sprachbarrieren überwindet und die Zuhörer über Grenzen hinweg miteinander verbindet. Das Repertoire der Batterie Fanfare umfasste neben traditionellen Werken auch ausgewählte Kompositionen, für die am Konservatorium gelehrten Instrumente. Die Titel waren so gewählt, dass beispielsweise mal die Bläser im Vordergrund standen, ein anderes Mal die Trommler. Unter den klassischen Werken kam auch "l'Enclume" zu Gehör, hierzulande besser als Amboss Polka bekannt. Natürlich hatten die Franzosen auch einen Amboss im Gepäck, der dabei zum Einsatz kam. Neben einen Ausflug nach Südamerika reichte der Bogen über moderne Popmusik bis hin zu ausdrucksstarker Orchestermusik. Erwähnenswert ist auch die charmante Moderation durch die Schüler des Konservatoriums, die jedes Stück mit einigen erklärenden Worten beschrieben. Auch die Trommlergruppe hatte ihren besonderen Auftritt, der sich zu einem kleinen Wettstreit entwickelte und ein besonderer Augenschmaus war. Anhaltender Applaus und der Ruf nach einer Zugabe überzeugten die Franzosen, den Wunsch des Lichtenfelser Publikums zu erfüllen.
Im Anschluss ließen die Musiker des Fanfarenzugs unter der Leitung von Timo Glätzer, den Sound der 60er Jahre wieder lebendig werden. Schon die schwarzen Afro-Perücken der Männer kündeten von der Musikrichtung, die in der folgenden halben Stunde zu erwarten war: Soul und nichts als Soul. Neben coolen Riffs und fetzig bewegtem Blech ließ auch der satte Bandsound die Aula mehr als einmal erbeben. Neben Tina Turners "Nutbush City Limits" begeisterte auch der Blues Brothers-Hit "Soul man".


Weit gespannter Klangkosmos

Timo Glätzer navigierte im eleganten weißen Anzug mit Hut sein begeistertes Publikum durch einen weit gespannten Klangkosmos. Mit ihren ausdrucksstarken Rock- und Bluesstimmen überzeugten Eva Rödel und Silke Fritz. Bald hielt es keinen im Publikum mehr auf den Stühlen. Als Highlight des Fanfarenzugs erwies sich das Medley "Land of 1000 Dances". Eine Gruppe junger Franzosen ließ sich zu einer kleinen Polonaise durch die Aula animieren. Songs wie "Sweet Soul Music" von Arthur Conley oder "Do You Love Me" von Amanda Jenssen klingen immer noch wunderbar frisch, besonders wenn sie mit viel Herzblut zum Vortrag kommen.
Ein wunderbares Konzert, das bei vielen Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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