Mühlhausen

Mühlhausen hat ein gutes Polster für die kommenden Aufgaben

In diesem Jahr finanziell ein wenig Luft holen, im nächsten Jahr dann volle Power! Diese Vorgehensweise schien den Mühlhausener Gemeinderäten in der Sitzung...
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In diesem Jahr finanziell ein wenig Luft holen, im nächsten Jahr dann volle Power! Diese Vorgehensweise schien den Mühlhausener Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstag der richtige Weg. Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) hatte die Vorberatung des Haushalts auf die Tagesordnung gesetzt, um zusammen mit den Räten die Richtung vorzugeben.
Dabei überraschte die Räte vor allem das stattliche "Liquiditätspolster" (O-Ton Bürgermeister Faatz) der Marktgemeinde. "Alles im grünen Bereich", wie die Grafik des Kämmerers zeigt. Was Ralf Geyer (FW) verwunderte: "2015 sah das noch ganz anders aus", meinte der Gemeinderat aus Schirnsdorf. Er wollte auch wissen, wie dieses Polster zusammen gekommen sei. "Hauptsächlich durch weniger Ausgaben", so die Antwort des Gemeindechefs. In den letzten Jahren habe es keine großen Baumaßnahmen gegeben. Geld hätten auch einige alte Baulücken gebracht, die verkauft werden konnten.


Umschuldung rechnet sich nicht

Die Verschuldung von rund 1200 Euro pro Einwohner, die auch in der Bürgerversammlung angesprochen wurde, sieht der Gemeindechef gelassen. Es handle sich teilweise um 20 Jahre alte Kredite, die für die Kläranlage oder den Ausbau der Kita aufgenommen wurden. Deren "Umschuldung" habe der Kämmerer durchkalkuliert. Da die Banken Vorfälligkeitsentschädigungen verlangen, sei dies jedoch nicht rentabel.
Die anstehenden Aufgaben hatte Faatz bereits in der Bürgerversammlung definiert. Jedoch seien nicht alle so dringlich, dass sie sofort angepackt werden müssten. Es galt daher zu entscheiden, was in den diesjährigen Etat hineingepackt werden soll. Unumgänglich sind laut Faatz die Ausgaben für die Steuerungstechnik der Wasserversorgung. 50 000 Euro müssen dafür eingeplant werden. Nächster Posten sind die 61 000 Euro für den Ausbau der Breitbandversorgung, mit dem die Telekom beauftragt wurde (siehe Infobox). Außerdem empfahl Faatz, die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Höhe von 28 000 Euro in den Haushalt einzustellen.
Der Hochwasserschutz - eine Flachmulde im Reichen Ebrachgrund - koste nach Schätzung des Wasserwirtschaftsamts 560 000 Euro, teilte Faatz mit. Bei Planungskosten von zehn Prozent (56 000 Euro) und einer 50-prozentigen Förderung errechnete Faatz die Summe, die nun in den Etat 2016 aufgenommen werden soll.
Aus der Erfahrung der letzten Jahre rechnet Faatz mit einer freien Finanzspanne von etwa 200 000 Euro. Weitere Investitionen sollen auch nicht eingeplant werden. Von der Förderung wird abhängen, ob die energetische Sanierung der Kita noch heuer ein Thema wird.
Im Laufe des Jahres kämen sicher noch genügend kleinere Sachen hinzu, meinten die Räte. Und Faatz will "lieber heuer etwas weniger machen und noch ein wenig Geld auf die Seite legen". Im nächsten Jahr wird man ein Finanzpolster gut brauchen können: Die Dorferneuerungen müssen 2018, die Flurneuordnung 2019 abgeschlossen sein, ließ der Bürgermeister wissen. Zuvor müsse jedoch der Kanalbau erledigt sein. Ob für den Platz des einstigen Rosenzweighauses und für die alte Schmiede an der Hauptstraße noch Mittel vorhanden sind, wird sich zeigen. Nach den Worten von Robert Pickel (CSU) sollte die Gemeinde jedoch bei diesen Projekten "am Ball bleiben".
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