Bamberg

Montags liegt weniger Post im Briefkasten

Unser Leser Günter Winkler hat festgestellt, dass an Montagen immer weniger Post in seinem Briefkasten liegt als an allen anderen Werktagen. Er wollte von u...
Artikel drucken Artikel einbetten
Alexander Böhm
Alexander Böhm
Unser Leser Günter Winkler hat festgestellt, dass an Montagen immer weniger Post in seinem Briefkasten liegt als an allen anderen Werktagen. Er wollte von uns wissen: Ist das nur eine subjektive Wahrnehmung, ein Zufall oder steckt hinter dem Eindruck ein nachvollziehbarer Grund?
Wir haben Alexander Böhm, den Pressesprecher der Deutschen Post in Frankfurt, gefragt.

Herr Böhm, täuscht sich unser Leser oder hat er Recht?
Alexander Böhm: Herr Winkler hat Recht, Montag ist beim Postaufkommen der schwächste Tag.
Woran liegt das?
Der Montag ist der Tag mit der wenigsten Post, weil Banken, Versicherungen, Rechtsanwälte, Ärzte und andere Organisationen sowie Berufsgruppen mit hohem Postaufkommen ihre Briefe am Freitag unmittelbar nach Büroschluss auf den Weg bringen. Die Briefe sind dann in aller Regel am Samstag bei den Empfängern zu Hause im Briefkasten. Die Quote "E+1" bei voll bezahlten Sendungen - also Ankunft beim Empfänger am Tag nach der Einsendung - erreichen wir zu 94 Prozent. Das bestätigen uns auch regelmäßige Überprüfungen durch unabhängige Stellen.
Sind montags dann überhaupt Postboten auf den Straßen im Einsatz?
Selbstverständlich. Der Gesetzgeber verpflichtet uns, an sechs Tagen in der Woche Post auszutragen. Wir arbeiten im Zustelldienst also an sechs Tagen. Auf der anderen Seite haben unsere Briefträger eine Fünf-Tage-Woche. Wir nutzen deshalb in der Hauptsache den Montag mit dem geringeren Arbeitsanfall, um Mitarbeitern frei zu geben. Das hat den Vorteil, dass für sie immer wieder einmal ein "langes" Wochenende mit zwei freien Tagen hintereinander herausspringt. Die Sendungen werden montags dann anders sortiert, beispielsweise drei oder vier Bezirke zu zwei Bezirken zusammengefasst - eben so, dass ein Briefträger die Arbeit noch gut bewältigen kann.

Gibt es noch andere Steuerungsmöglichkeiten beim Postaufkommen?
Ja, die Post hat einen Spielraum bei den Werbesendungen, die heute Dialogpost genannt werden. Damit ist sie zeitlich nicht so stark gebunden. Für Dialogpost gilt die Quote "E+1" nicht. Für solche Sendungen ist mit den Kunden ein Zeitfenster bis zu vier Tagen vereinbart. Auch damit erreichen wir eine gleichmäßige Auslastung unserer Mitarbeiter.

Die Fragen stellte
Gertrud Glössner-Möschk
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren