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Altenkunstadt

Mittelschüler sorgen sich um arme Hunde in Rumänien

"Aus einer Idee heraus hat sich etwas ganz Großes entwickelt", stellt Marion Ullmann zufrieden fest. Was die Lehrerin der Klasse 8b der Altenkunstadter Mitt...
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Für ihr Tierschutzprojekt haben die Schüler der Klasse 8b der Altenkunstadter Mittelschule fleißig gebastelt und gebacken.  Foto: Bernd Kleinert
Für ihr Tierschutzprojekt haben die Schüler der Klasse 8b der Altenkunstadter Mittelschule fleißig gebastelt und gebacken. Foto: Bernd Kleinert
"Aus einer Idee heraus hat sich etwas ganz Großes entwickelt", stellt Marion Ullmann zufrieden fest. Was die Lehrerin der Klasse 8b der Altenkunstadter Mittelschule meint, ist das Tierschutzprojekt, das sie mit ihren Schülern gestartet hat. Es ist Hunden in Rumänien gewidmet, die gejagt und gequält werden. Vierbeinern, die in katastrophalen Verhältnissen hausen. Um wenigstens einigen Hunden ihr Dasein zu erleichtern, haben die Jugendlichen gebacken, gebastelt und ihre Produkte zum Kauf angeboten. Und das sogar im Bayreuther Land.


960 Euro erwirtschaftet

Kürzlich machten die Schüler Kassensturz. 960 Euro haben sie bei ihren Weihnachts- und Frühjahrsaktionen erwirtschaftet. Ein Ergebnis, mit dem sie mehr als zufrieden sein durften. Von dem Geld soll Hundefutter für die Vierbeiner im städtischen Tierheim in Bukov/Rumänien gekauft werden. Die Achtklässler haben dafür die knapp 1000 Euro zwei Tierschützerinnen der Hilfsorganisationen "Helfe 4 Pfoten" und "Pro Dog Romania" übergeben.
"Die beiden Frauen sind die Einzigen, die in das Tierheim hineindürfen, um Hunde zu füttern und zu betreuen. Sie werden dafür sorgen, dass unser Geld in Form von Hundefutter den Tieren dort zugute kommt", erklärt Ullmann. Ihren Worten zufolge sind im Bukover Tierheim rund 1500 Vierbeiner auf engstem Raum untergebracht. Jeden Tag würden Mitarbeiter rund 20 Hunde von der Straße einsammeln und sie wahllos in total verschmutzte Zwinger des Heimes stecken. Durch die Neuankömmlinge könne es durchaus Kämpfe geben, denn es gehe um das Überleben: "Das Futter reicht nie aus. Der stärkere Hund setzt sich durch im Rudel, und erst wenn er satt ist, dürfen auch die anderen fressen." Manche Hunde kämen gar nicht an das Futter. "Sie magern ab, bis sie eines Tages sterben", betont die Pädagogin.
Aber warum hat man das Futter nicht in Deutschland gekauft und mit den regelmäßigen Hilfstransporten von "Helfe 4 Pfoten" nach Bukov gebracht? "Von unseren knapp 1000 Euro kann man in Rumänien viel mehr Futter kaufen als bei uns", erläutert Achtklässlerin Jeannette, die für die Kassenverwaltung zuständig ist. "Das Tierschutzprojekt hat uns seit Schuljahresbeginn begleitet", berichtet Marion Ullmann. Die Pädagogin ist nicht nur ein großer Tierfreund, sie setzt sich in ihrer Freizeit auch engagiert für den Tierschutz ein. Unvergessen ist das Projekt "Schulhund", das sie 2010 an der Mittelschule gestartet hat. Chicco, einen kleinen, herrenlosen Hund, erwartete in einer spanischen Tötungsstation die Giftspritze, sollte sich innerhalb von zwei Wochen keine neue Familie für ihn finden. Dem braven Tier rettete man mit dieser Aktion das Leben. Jeden Tag ging Chicco mit Ullmann zur Schule. Schüler wie auch Lehrer schlossen ihn auf Anhieb ins Herz. Mittlerweile hat der Hund sein Schuldasein beendet und fühlt sich auf dem Anwesen seiner Lebensretterin wohl.
Die Lehrerin freut sich, dass das Tierschutzprojekt für rumänische Hunde ein positives Echo findet: "Die Mädchen und Jungs der 8b haben viel Zeit in diese Aktion investiert." Besonders engagiert haben sich Lea, Eva, Hanna, Pauline, Jeannette, Pierre und Marc. "Diese Schüler muss man lobend erwähnen, denn sie haben sich in geradezu vorbildlicher Weise in das Projekt eingebracht", betont die Klassenlehrerin. Wochenlang wurde im Kunstunterricht für die gute Sache gewerkelt. Die Jugendlichen kreierten Deko-Sachen, Holzartikel, Windlichter und vieles mehr. "Lukas, Fabian und Maxi waren besonders fleißige Bastler", stellt Ullmann fest. Dankbar ist sie auch für die Unterstützung seitens ihrer Lehrerkollegen: "Während Stefan Frankenberger die handwerklichen Aktionen leitete, war Waltraud Fischer für den kulinarischen Teil zuständig."


Veganes zum Verschenken

Unter der Regie der Hauswirtschaftslehrerin buken die Jugendlichen Zitronenkuchen im Glas, Cookies und "vegane Kuchen zum Verschenken". Sie bereiteten Schokocrossies zu und stellten Kräutersalz und Rosenblütenzucker her. Der Elternbeirat unterstützte das Projekt mit einer Spende. Doch die Produkte wollten auch verkauft werden. Eine gute Gelegenheit bot der Weihnachtsbasar in der Aula. Bereits hier war das Interesse groß. Noch besser lief das "Geschäft" auf dem Thomasmarkt in Weismain. "Bei der Stadtverwaltung war man von unserer Aktion derart begeistert, dass man uns die Standmiete erlassen hat", erzählt Lea. Auch beim "Tag der offenen Tür" der Mittelschule im Frühjahr mangelte es an Kunden nicht.
Den guten Beziehungen der Klassenlehrerin ist es zu verdanken, dass der "BioBio-Laden" im Bayreuther Gutenberghaus nicht nur die Produkte der Achtklässler anbot, sondern mit von Schülern gestalteten Plakaten und Fotos auch auf deren Projekt und die Situation rumänischer Straßenhunde aufmerksam machte. "Max Fischer, der dort arbeitet, ist ein ehemaliger Schüler von mir", erzählt Marion Ullmann mit einem Augenzwinkern. bkl
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