Poxdorf

Mit dem Lastwagen kam sie in Poxdorf an

Aus Anlass ihres 90. Geburtstags fanden sich zahlreiche Gratulanten in Ida Schneiders hübschem alten Haus in der Sendelbacher Straße ein. Auch Pfarrer Jürge...
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Ida Schneider
Ida Schneider
Aus Anlass ihres 90. Geburtstags fanden sich zahlreiche Gratulanten in Ida Schneiders hübschem alten Haus in der Sendelbacher Straße ein. Auch Pfarrer Jürgen Dellermann, Landrat Hermann Ulm und Bürgermeister Paul Steins (beide CSU) überbrachten gute Wünsche und nette Geschenke.
Die Jubilarin freute sich sehr über den ungewohnten Betrieb in ihrem Wohnzimmer; nicht immer ist sie von so vielen Personen umgeben, die etwas aus ihrem Leben erfahren wollen.
Ida Schneider ist eine geborene Fritscher und stammt aus Blosdorf im Schönhengstgau. Dieser kleine Ort lag in der größten deutschen Sprachinsel in der damaligen Tschechoslowakei, rund zehn Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Mährisch-Trübau. Dort lebte man vor dem Krieg von der Landwirtschaft oder von den Fürst-Lichtensteinschen-Kohlen- & Tonwerken. Familie Fritscher bewirtschaftete einen Vierkanthof, weshalb Ida auch eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert hat. Doch am 3. Mai 1946 geriet ihr Leben aus der vorgesehenen Bahn: Ida gehörte mit ihrer Familie zu den ausgewiesenen Blosdorfern, die die tschechischen Behörden über Mährisch-Trübau und Zwittau nach Bayern abtransportieren ließen.
Weitere Stationen waren Bamberg und Forchheim, von wo sie mit dem Lastwagen nach Poxdorf gebracht und auf dem Hof des damaligen Bürgermeisters Peter Werner abgeladen wurden.
Werner brachte sie im Eger-Haus am Steinweg unter. Die Zeiten waren schwierig, lange Zeit fühlten sich die Flüchtlinge nicht willkommen. Die jungen Leute jedoch lernten sich bei Tanzveranstaltungen besser kennen, und so kam es, dass Ida und der Poxdorfer Ewald Schneider ein Paar wurden. Im Jahr 1963 bauten die beiden eigenhändig das Haus in der Sendelbacher Straße und von da an, so sagt das Ida Schneider noch heute, wurde sie in Poxdorf anerkannt.


"Arbeiten macht stark"

Wie wird man 90 Jahre alt, bleibt geistig fit, körperlich einigermaßen beweglich und insgesamt selbstständig? Ida Schneiders Antwort ist eindeutig: "Arbeiten macht einen stark! Man darf nicht zu früh aufhören mit dem, was man immer getan hat."
Womit Ida Schneider wohl unter anderem die Arbeit in ihrem Garten meint, die ihr nach wie vor große Freude macht. Der Garten ist rund 1500 Quadratmeter groß. Zwar hilft der Schwiegersohn, doch werkelt sie auch selbst immer noch stundenlang darin herum.
Natürlich nicht an ihrem Geburtstag - da feiert die gesamte Familie einschließlich der vier Enkel und vier Urenkel in einem Gasthaus.
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