Coburg

Mit dem Auto nach Coburg

Zur Diskussion über die Parkplätze in der Innenstadt äußert sich der Inhaber der Hof-Apotheke am Markt: Coburg ist eine wunderschöne Stadt - das sagen die m...
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Zur Diskussion über die Parkplätze in der Innenstadt äußert sich der Inhaber der Hof-Apotheke am Markt:

Coburg ist eine wunderschöne Stadt - das sagen die meisten Touristen, die die Stadt objektiv betrachten können. Denkmäler, Gebäude, Schlösser - und alles auf engem Raum erreichbar. Und die vielen kleinen Geschäfte in der Stadt, die für buntes Treiben sorgen. Es gibt viele Parkhäuser in der Nähe, und der Preis ist auch in Ordnung - also "Traum von der autofreien Stadt"? Für Händler ist Coburg genauso schön, es könnte halt ein paar mehr Parkplätze geben.
Wir haben den Markt von Bussen befreit. Und es ist ein Traum, auf dem Markt einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu genießen. Nur an Markttagen denke ich: vor 15 Jahren habe ich hier immer an den Marktständen gewartet, jetzt komme ich gleich dran. Sind wohl nicht mehr so viele Menschen in der Stadt. Einkaufen? Die großen Zentren sind auf der grünen Wiese, da kann ich auch umsonst parken. Wenn ich viel einkaufen muss, fahre ich da hin, dann muss ich es nicht durch die ganze Stadt tragen.
Zuhause merke ich, dass ich eine Kleinigkeit dringend brauche. Egal, da fahre ich kurz in die Stadt und hole es. Ich will aber vor dem Geschäft parken, denn für fünf Minuten möchte ich nicht in ein Parkhaus fahren und dann fünf Minuten laufen. Ich bin zu bequem? Ist halt so. Und ich fahre dahin, wo ich direkt parken kann.
Das Internet ist bequem! Ich brauche nicht zu fahren, kann 24 Stunden einkaufen, und es kommt per Post. Dass es zwei Tage dauert, bis ich es bekomme, dass es umständlich wird, wenn ich es bei der Post abholen oder umtauschen muss, dass Porto dazukommt, das ist mir im Moment der Bestellung egal.
Krank sein ist nicht schön, zusätzlich nicht mobil sein noch weniger. Leider sind viele Ärzte an den Stadtrand umgezogen, da sie für Patienten und Personal Parkplätze anbieten müssen, verständlich! Gut für Autofahrer, schlecht für Innenstädter, gerade die Älteren unter uns, die kein Auto haben und schlecht zu Fuß sind.
Die Geschäfte haben großen Anteil an einer bunten Stadt, dadurch, dass sie einfach nur für die Kunden und Passanten da sind, dass sie Miete zahlen und so zur Erhaltung der Häuser beitragen, dass sie Gewerbesteuer an die Stadt zahlen, dass sie ausbilden und Vereine und Schulen unterstützen und vieles mehr. Aber Kunden kommen meist mit dem Auto. Abends Stellplätze für berufstätige Innenstadtbewohner, ab 10 Uhr morgens Kurzzeitstellplätze für Kunden, ganztags die unsichtbare Schlossplatztiefgarage für alle. Das ist immer noch lebenswerter als Leerstand in der Stadt.

Gernot Priesner,
Coburg
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