Herzogenaurach
Umwelt 

Mit Wasser in ihrem Element

Rund ums Thema Wasser dreht sich eine Exkursion von 140 Vorschulkindern. Das Umweltforschermobil ist zu Besuch auf dem Gelände der Vogelschützer am Gilgenweiher. Organisator ist die Ökofestinitiative.
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Bernhard Panzer

Retta Müller-Schimmel ist in ihrem Element. Mehr als 140 Vorschulkinder versammeln sich zwei Tage lang auf Einladung der Ökofestinitiative, um sich über das Wasser und seinen Stellenwert in der Natur zu informieren. Dafür hatte man extra das Umweltforschermobil des Kreisjugendrings eingeladen, mit den beiden Pädagoginnen Susanne Körner und Barbara Moritz-Anders.
Auf dem Gelände des Gemischten Vogelschutz- und Zuchtvereins fanden sie ein ideales am Weiher gelegenes Gelände für Information und Experimente rund um das Lebenselexier Wasser.
In ihrem Element war die engagierte Naturschützerin und Politikerin der Grünen schon deshalb, weil die Kinder zu Fuß kamen und man lange Autofahrten vermeiden konnte. "Sonst sind wir mit den Kindern nach Vestenbergsgreuth gefahren", sagt die Stadt- und Kreisrätin. Aber da blieb immer viel Zeit buchstäblich auf der Strecke, es wurde Benzin in die Luft geblasen und es kam schlicht teuer. Dann aber entstand die Idee, es andersherum zu machen und das Forschermobil nach Herzogenaurach einzuladen. Offenbar eine gute Idee.
Denn in ihrem Element waren am Mittwoch auch die Kinder. 72 Kinder aus vier Herzogenauracher Kindertagesstätten waren es, die am ersten Tag an der Reihe waren, heute folgen noch mal 70 aus drei weiteren Einrichtungen. Sie durften mit Gastgeber Herbert Peterle Wasserflöhe und andere Insekten aus dem Weiher fischen, um sie dann unter der Lupe oder dem Mikroskop zu untersuchen. Mit den beiden Betreuerinnen des Forschermobils wurden Experimente unternommen, um zu erkennen, wie sich Wasser verändert. Wenn man beispielsweise Salz oder Spülmittel reinschüttet, sagte die Erzieherin und Umweltpädagogin Moritz-Anders. Dann erkennen die Kinder auch spielerisch, dass man damit auch Lebensräume zerstören kann.


Krokodil im Weiher?

Welches Tier braucht welches Wasser? Auch das war für viele eine spannende Frage. Die zumeist Fünf- und Sechsjährigen wussten natürlich schon, dass es im Gilgenweiher keine Delphine gibt. Aber Krokodile wurden gesichtet - die Phantasie kennt bei jungen interessierten Menschen schließlich keine Grenzen. Und mit dem Element Wasser waren sie so richtig in ihrem Element.
Und erneut hatte die Organisatorin Retta Müller-Schimmel Grund zur Freude. Schließlich macht Forschen hungrig und durstig. Ob süß oder salzig, aus fair gehandelten oder regionalen oder Bio-Produkten wurden Schnittchen mit lauter gesunden Sachen vorbereitet. Die gingen weg wie die warmen Semmeln, freute sich Retta. Schnittlauch, Radieschen, Sesam - alles was die Kinder sonst vermutlich nicht so oft essen, wurde schnell und heißhungrig vertilgt. "Den Peter Maier hab ich weggeschickt", sagte die Grüne kurz vor Mittag, als die drei Laib Brot schon weg waren. Denn ihr Mitstreiter musste Nachschub holen.
In seinem Element war auch Herbert Peterle. Der Vorsitzende der Vogelzüchter hat auf dem Vereinsgrundstück ja einen richtigen Naturlehrpfad. Und freut sich über interessierte Gäste, vor allem natürlich wenn sie jung und wissensdurstig sind. "Ich könnte irgendwo am Weiher sitzen und angeln", sagte er. Aber das geht ein andermal auch, denn jetzt sei "der Monat der Kindergärten" angebrochen.
Mit Peterle fand Retta Müller-Schimmel auch den idealen Mitstreiter. Zum einen ist sein Verein auch immer beim Ökofest mit dabei. Und zum anderen "müssen wir zwei Alten zusammenhalten", schmunzelte die Herzogenauracherin. "Das bringt doppelte Energie."
Seit 2007 existiert das Forschermobil des Kreisjugendrings inzwischen, sagten die beiden Betreuerinnen. Aus dem blauen sei ein roter Bus geworden, aber die Ziele seien die gleichen geblieben. Es geht um Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Das Zielpublikum reicht von Vorschulkindern bis zu Erwachsenen.


Kinder müssen aktiv sein

Wichtig für Kinder ist es vor allem, "dass die etwas tun und selber etwas herausfinden", sagte die Umweltpädagogin. Also ganz nach dem Motto von Konfuzius: "Was Du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich."
Zeit zum Verschnaufen hatten die Frauen am Mittwoch indes kaum. "Sonst haben wir einen ganzen Vormittag Zeit", sagte Barbara Moritz-Anders. Doch diesmal müssen zwei Stunden Umweltpädagogik für jede Einrichtung reichen. Das sei schon "arg eng", sagte die Erzieherin.


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