nachhaltigkeit 

Mit Strom durch den Landkreis

FDP und Freie Wähler setzen sich für ein CO2 -neutrales Bussystem ein. Die Fraktionen beantragen jetzt eine Machbarkeitsstudie, bei der unter anderem Fördermöglichkeiten für Elektrobusse geprüft werden sollen.
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So sehen die Elektrobusse aus, die mit der Antriebstechnik der Firma Ziehl Abegg ausgestattet sind. FDP und Freie Wähler wollen das Werk im Juni mit einem Bürgerbus besichtigen.  Foto: PR
So sehen die Elektrobusse aus, die mit der Antriebstechnik der Firma Ziehl Abegg ausgestattet sind. FDP und Freie Wähler wollen das Werk im Juni mit einem Bürgerbus besichtigen. Foto: PR
Sabine Memmel

Die Reichweite ist viel zu kurz, die Fahrzeuge sind anfällig, solche und ähnliche Sätze über die E-Mobilität sind von Bedenkenträgern häufig zu hören. Genau diesen möchten die Fraktionen der Freien Wähler und der FDP nun etwas entgegensetzen. Die großen Klimaziele sollen nicht nur auf Bundesebene stattfinden, sondern auch auf den Landkreis heruntergebrochen werden.


Vorbildcharakter sein

Mit einem großen Leuchtturm-Projekt, das die beiden Fraktionen in den Landkreis holen möchten, wollen sie das Bussystem in Erlangen-Höchstadt mit Elektrobussen CO2 -neutral zukunftsfähig gestalten. "Wir könnten damit eine Vorreiterrolle einnehmen. Das strahlt auch auf den Individualverkehr aus und hat Signalwirkung", betont der Röttenbacher Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) bei einem gemeinsamen Pressegespräch am Donnerstag im Röttenbacher Rathaus.
Für drei Elektrobusse habe die Stadt Trier vom Bundesverkehrsministerium Fördermittel von 400 000 Euro erhalten. Solche Förderungen für ökologisch sinnvolle und alternative Antriebstechniken sollen nun auch für den Landkreis angestrebt werden, um die CO2 -Emissionen zu reduzieren. "Wir haben im Landratsamt eine eigene Klimaschutzbeauftragte, die die Ausarbeitung solcher Anträge in die Hand nehmen könnte", erklärt Elke Weis, Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion.
Die Fraktionen der Freien Wähler und der FDP stellen deshalb nun an Landrat Alexander Tritthart (CSU) den Antrag, eine Machbarkeitsstudie für nachhaltige und wirtschaftliche ÖPNV-Strategien für die Bussysteme im Landkreis in Auftrag zu geben. Dabei sollen Möglichkeiten und Lösungsansätze gefunden werden, in welchem Zeitraum ein Umstieg von Bussen mit Dieselmotoren auf Elektrobusse realisierbar und welche Trassenverläufe für ein Modellprojekt besonders geeignet wären.
Auch die Fördermöglichkeiten sollen genau überprüft werden. Bei der nächsten Kreistagssitzung im Juni könnte der Antrag bereits auf der Tagesordnung stehen. "Ich habe Tritthart aber auch schon mündlich darüber informiert", sagt Wahl.
Ein erster Schritt Richtung ÖPNV-Verbesserung habe mit der Bündelausschreibung der Buslinien bereits stattgefunden. "Durch den StUB-Bürgerentscheid haben wir aber auch den Auftrag erhalten, noch weiter zu denken und eine konkrete Umsetzung anzugehen", findet Elke Weis. Gemeinsam wollen die Fraktionen nun voraussichtlich im Juni die Firma "Ziehl Abegg" im Hohenlohe-Kreis besichtigen. Sie entwickelt dort die Antriebstechnik für Elektrobusse. Außerdem haben die Fraktionen vor, für ein bis drei Tage einen Demobus auszuleihen, um Landkreisbürger vor Ort Lust auf E-Mobilität zu machen.






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