Kronach

Mit Stolpersteinen gedenken

Im Grunde waren sich alle einig: Zukünftig sollen auch in Kronach sogenannte Stolpersteine an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Diskussionsbedarf gab es vor d...
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Im Grunde waren sich alle einig: Zukünftig sollen auch in Kronach sogenannte Stolpersteine an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Diskussionsbedarf gab es vor der einstimmige Zustimmung dennoch. Denn während die Frauenliste, die die Verlegung der goldenen Steine beantragte, das Projekt uneingeschränkt befürwortete, gab es auch warnende Stimmen. "Es ist ja nicht unumstritten", sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Jonas Geissler. "Uns muss allen klar sein, dass es auch Kritik geben wird."
Er erinnerte an die Pläne Münchens, in der Landeshauptstadt mit der Idee des Kölner Bildhauers Gunter Demnig auf das Schicksal jener Menschen zu erinnern, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Die bayerische Landeshauptstadt habe sich dagegen entschieden, nachdem die in München wohnende Charlotte Knobloch, die damals Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland war, gebeten hatte, sich doch dagegen zu entscheiden. Da aber der Aktionskreis Kronacher Synagoge e.V. die Umsetzung und Koordination übernehmen wird und es auch sonst keine Einwände gebe, sei es "unter diesen Voraussetzungen ein würdiges Gedenken".
Hauptamtsleiter Stefan Wicklein hatte zuvor bei der Israelitische Kultusgemeinde in Bamberg gefragt, was diese von den Plänen Kronachs halte. Dort wurden von Gunter Demnig bereits einige verlegt. "Man hat mir eine flammende Rede für die Stolpersteine gehalten", sagte Wicklein. Etwa seien in diesem Zusammenhang auch Projekte mit Schülern möglich.
Der Stadtrat stimmte zu, dass öffentlicher Raum für die Verlegung genutzt werden kann, die Verkehrssicherheit dürfe aber nicht beeinträchtigt werden. Auf die Stadt kommen keine bis wenig Kosten zu, da der Aktionskreis nicht nur die Steine, sondern auch einen Kostenanteil von 150 Euro übernimmt, wenn der Bauhof die Verlegestelle öffnen muss. Zunächst soll mit einem Stein in Gedenken an die einst in der Strauer Straße 2 wohnende Familie Bamberger begonnen werden. Weitere könnten folgen. ham

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