Rödental
Freizeit 

Mit Skiern auf den Stiefvater

Der aus dem Coburger Land stammende Skitourengeher machte sich in seiner alten Heimat auf zwei Brettern auf den Weg. Dem Coburger Tageblatt schickte er einen Bericht über seinen ungewöhnlichen Ausflug.
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Ein Blick vom Horeb (Rothenhof) in Richtung Südwesten über Rödental. Foto: André Roßbach
Ein Blick vom Horeb (Rothenhof) in Richtung Südwesten über Rödental. Foto: André Roßbach
André Roßbach ist seit Jahren begeisterter Skitourengeher und war schon in vielen Gebieten der Alpen unterwegs. Zurzeit ist er mal wieder in seiner alten Heimat im Coburger Land und hat dabei das herrliche Winterwetter ausgekostet. "Ich bin mal eher unkonventionell meinem Hobby nachgegangen. Dazu habe ich für meine Freunde einen kleinen, lustigen und bisschen ironischen Tourenbericht verfasst", schrieb er der Redaktion. Er wolle damit in der Region ein bisschen Werbung für diese hier eher unbekannte Art des Skisports machen. Hier sein Bericht:
Erste Skitour 2017, der Tourenklassiker im östlichen Coburg-Gebiet: die Horeb-Stiefvater-Überschreitung.


Ein echter Klassiker

Die Schneefälle der letzten Tage und die tiefen Temperaturen hüllten das Coburger Land in ein weißes Gewand, das in jedem Skitourengeher die Lust erweckt, die Latten herauszuholen und sich auf in die Natur zu machen. Mein aktueller Aufenthaltsort in der oberfränkischen Heimat ließ eine große Tour in den Zentralalpen leider nicht zu, also musste eine nahegelegene Alternative gefunden werden.
Ein kurzer Check von Kartenmaterial und des Lawinenbulletins erleichterten die Entscheidung. Der Tourenklassiker im östlichen Coburg-Gebiet wurde für diesen Tag gewählt: die Horeb-Stiefvater-Überschreitung.
Die Tour beginnt am Wanderparkplatz in Rothenhof (Rödental) am Fuße des Horeb. Dort findet auch jährlich das allseits beliebte Brückenfest am 1. Mai statt, aber das sei nur am Rande erwähnt. Die Ski wurden bereits zu Hause aufgefellt und verladen und konnten ohne weitere Vorbereitung angeschnallt werden. Von dort aus beginnt die Tour direkt mit der konditionell anspruchvollsten Passage: dem steilen Aufstieg über die Südwestflanke des Horeb.
Nach schier unendlichen 25 Minuten waren die etwa 150 Höhenmeter auf den ersten Gipfel des Tages bewältigt - und eine verdiente Gurt- und Trinkrast wurde eingelegt.
Im Anschluss führt die klassische Route weiter über den Forstweg gen Osten in Richtung Kemmaten. Am Ende dieses Forstwegs wartet nach weiteren 20 Minuten bereits das erste Schmankerl der Tour: eine rassige, etwa 45-sekündige Abfahrt hinab nach Kemmaten. Die Steigfelle wurden verstaut und die Bindungen fixiert. Los ging der wilde Ritt.


Grandiose drei Schwünge

Nach grandiosen drei Schwüngen in den Neustadter Kessel war das erste Highlight leider auch schon vorbei, und vollgepumpt mit Adrenalin wurden die Felle wieder an die 185 Zentimeter langen Powderlatten gepappt.
Nun folgte der zweite Teil der Tour: der Aufstieg auf den mächtigen Stiefvater. Das Wetter wurde zu Beginn des Aufstiegs zunehmend besser, und die mitgeführte Gletscherbrille kam zum Einsatz. Nachdem noch einmal der Sonnenschutz erneuert worden war, begann der Aufstieg. Erschöpfende 15 Minuten später gab es den zweiten Gipfelerfolg des Tages. Der Stiefvater war bezwungen! Nach einer kurzen Pause ging es auf die Heimreise. Dabei konnte man ständig den herrlichen Blick über Rödental und Coburg bis hin zu den Gleichbergen im Westen und den Staffelberg im Süden genießen.
Zurück ging es wieder über den langgezogenen Rücken zwischen Stiefvater und Horeb. Von dessen Gipfel aus gab es zum Abschluss noch einen ganz besonderen Leckerbissen für Powderfreunde wie mich. Eine herrliche Abfahrt über die zu Beginn der Tour mühsam erklommene Südwestflanke des Horeb entschädigte für alle Strapazen des Tages!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schneeverhältnisse zur Zeit ideal sind, um sich an diese knackige Tour im obermainischen Hügelland heranzuwagen. Es muss ja nicht immer der Alpenhauptkamm sein. red

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