LKR Erlangen-Höchstadt
Nahverkehr 

Mit Bussen "einmal zum Mond"

Die beabsichtigten Neuerungen im Linienbündel 5 für Herzogenaurach fanden im Kreistag Begeisterung.
Artikel drucken Artikel einbetten
bernhard Panzer

Drei Mal innerhalb weniger Tage befassten sich kommunalpolitische Gremien mit einer Strukturverbesserung im Nahverkehr. Bis Jahresende 2018 soll ein neues Linienbündel den Busverkehr in und um Herzogenaurach deutlich verbessern. A m Montagmorgen stimmte der Kreistag nun einstimmig für die Maßnahmen, ebenso wie zuvor der Kreisausschuss und der Herzogenauracher Planungsausschuss.
Wie Landrat Alexander Tritthart (CSU) ausführte, schaffe man damit "eine deutliche Verbesserung in die Fläche hinaus". Nicht nur die Stadt Herzogenaurach, sondern auch die Gemeinden Aurachtal und Oberreichenbach könnten davon profitieren. Tritthart lobte auch die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Neustadt, da die Verbesserungen bis Emskirchen reichen.
Deutlich aufgewertet würde mit dem Linienbündel 5 der bestehende Eilbus 200 von Herzogenaurach nach Erlangen, der künftig den ganzen Tag über fahre. Neu dazu komme eine zweiter Eilbus, und zwar direkt in den Nürnberger Norden. Tritthart zeigte sich stolz, dass man in ERH richtig Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebe. "Wir unterscheiden uns von vielen anderen Landkreisen in Bayern", sagte er.
Der Landkreischef korrigierte mit einem gewissen Schmunzeln auch eine Aussage aus der Sitzung des Kreisausschusses. Hatte er da von einem Quantensprung gesprochen, behauptete er jetzt, mit dieser Verbesserung sei man Lichtjahre entfernt vom jetzigen Angebot. Physikalisch sei ein so genannter Quantensprung anders zu bewerten, habe er gelernt. Der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD), selbst Physiker, fing diesen Ball auf und äußerte sich ähnlich. Das beabsichtigte Mehr an Kilometern bedeute einmal mehr zum Mond, behauptete er.


230 000 Kilometer mehr

Lob hatte Tritthart für die umfangreiche Arbeit des beauftragten Büros Planmobil. Dessen Inhaber und Projektleiter, Frank Büsch, stellte den Räten die Maßnahmen vor und betonte unter anderem, wie viel mehr an gefahrenen Kilometern denn geplant sind. Bisher werden 520 000 Kilometer gefahren, künftig sind es 850 000. Für das Mehr von 230 000 Kilometern benötige man 14 Fahrzeuge.
Deutlich aufgewertet werde der Eilbus von Herzogenaurach nach Erlangen. Statt der bisherigen 15 Fahrten seien künftig 52 geplant. Büsch: "Der schnelle Bus erreicht das schnelle Produkt auf den Schienen." Ein neuer Eilbus fahre künftig sechsmal zwischen Nürnberg und Herzogenaurach und lege diese Strecke in maximal 35 Minuten zurück - laut Büsch eine klare Pendlerlinie. Die Verbesserungen umfassen ein ganzes Bündel, das auch die umliegenden Gemeinden erreiche.
In der Diskussion gab es keine Zweifel und keine Fragen, wie auch Doris Wüstner von der CSU-Fraktion feststellte: "Alle 60 Kreisräte freuen sich." Damit habe man auch genau das geschafft, was die Bürger wollen. Nämlich Buslinien über die Landkreisgrenzen hinaus zu schaffen.
Wolfgang Hirschmann von den Grünen bezeichnete das neue Linienbündel als einen wesentlichen Fortschritt im Nahverkehr. Und Gerald Brehm (FW), auch Bürgermeister von Höchstadt, bescheinigte: "Die wirtschaftlich stärktse Stadt Herzogenaurach verdient eine optimierte Anbindung."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren