Haßfurt

Miriam Gebauer engagiert sich künftig ehrenamtlich für peruanische Straßenkinder

Am Donnerstag, 19. August, besteigt Miriam Gebauer aus Haßfurt ein Flugzeug und fliegt nach Peru - um dort ein Jahr lang ehrenamtlich mit Straßenkindern zu ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Miriam Gebauer hilft bei ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr Straßenkindern: Der Lions-Präsident Georg Hiernickel wünschte ihr alles Gute dazu. Foto: Sabine Weinbeer
Miriam Gebauer hilft bei ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr Straßenkindern: Der Lions-Präsident Georg Hiernickel wünschte ihr alles Gute dazu. Foto: Sabine Weinbeer
Am Donnerstag, 19. August, besteigt Miriam Gebauer aus Haßfurt ein Flugzeug und fliegt nach Peru - um dort ein Jahr lang ehrenamtlich mit Straßenkindern zu arbeiten. Die Abiturientin wollte schon, "seit ich zwölf war", nach ihrem Abitur "weltwärts" gehen. "Weltwärts" ist die Organisation, die weltweit gemeinnützige Projekte unterstützt und Volonteers dafür betreut. Unterstützt wird Miriam wie viele andere junge Leute bei ihrem Vorhaben vom Lions-Club Haßberge.
Beim Juni-Clubabend der "Lions" stellte sie ihr Vorhaben vor und dankte für die Förderung, die der Club in fast jedem Jahr ein oder zwei jungen Menschen gewährt. Die "Weltwärts"-Freiwilligen müssen etwa 2500 Euro an Fördermitteln für das Projekt einwerben. So soll erreicht werden, dass auch das Umfeld der jungen Freiwilligen das Projekt mitträgt.
Miriam hat am Regiomontanus-Gymnasium drei Jahre Spanisch gelernt und damit die erste Hürde für den Peru-Aufenthalt schon genommen, indem sie die Sprachprüfung bestand. Der Projektträger kümmert sich nämlich im Vorfeld darum, dass die Teilnehmer bestens vorbereitet sind - und die Sprache gehört nun einmal unverzichtbar dazu. Miriam weiß sehr gut, was auf sie zukommt, einerseits durch die Projektvorbereitung, aber auch von ihrem Bruder David, der ebenfalls nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte: in Brasilien.
Dem Lions-Club, der ihr Projekt mit 1200 Euro unterstützt, stellte sie ihr Projekt in San Bartolo vor. Hier wird sie in den Projekten "Generacion" und "Casa Veronica" arbeiten. Diese Häuser wurden von einer Peruanerin gegründet, um ehemaligen Straßenkindern die Möglichkeit auf ein Leben mit Perspektive zu geben. Die Grundlage sind Bildung, Musik und Sport. Bei einem Vorbereitungsseminar hat Miriam ihren Projektpartner Ali und weitere über 100 Freiwillige kennengelernt, die über das "Welthaus Bielefeld" nach Afrika und Lateinamerika entsandt werden. Dort hatten Miriam und Ali auch Gelegenheit, mit ehemaligen Freiwilligen zu sprechen, die bereits ein Jahr in "Generacion" gearbeitet haben. So weiß Miriam, dass sie Kinder zur Schule bringen und mit ihnen Hausaufgaben machen wird und dass sie für die Freizeitgestaltung zuständig ist.
Die Kinder und Jugendlichen, die sie betreuen wird, haben schlimme Zeiten hinter sich, Gewalt, Elend und Drogen erlebt. Sie finden dort Zuflucht, können aber auch gehen und wiederkommen. "Ehemalige Straßenkinder haben oft Schwierigkeiten, sich an geregelte Tagesabläufe zu gewöhnen", weiß Miriam. In vielen Einrichtungen sind Abbrecher draußen, wenn sie gehen, doch in diesem Projekt finden sie auch als Rückkehrer eine offene Tür. Im Sport finden viele Bestätigung, die sich auf ihr Selbstwertgefühl und dann auf die schulischen Leistungen auswirkt. Die Zufluchtsstätte "Generacion" finanziert sich ganz aus Spendengeldern.
Das Partnerprojekt "Casa Veronika" will Mädchen und Frauen aus der Prostitution holen. Sie können hier in Nähstube, Garten oder Kleintierzucht arbeiten. Derzeit wird Geld für eine Backstube gesammelt. Lions-Club-Präsident Georg Hiernickel (Haßfurt) wünschte Miriam Gebauer alles Gute. sw
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren